Stellingen: Streit um Straßenbau

„Lasst unsere Straße so, wie sie ist!“ Anwohner des Birkhahnwegs in Stellingen protestieren gegen Ausbaupläne des Bezirksamts.
Hamburg: Birkhahnweg |

Anwohner des Birkhahnwegs wehren sich gegen Pläne des Bezirksamts Eimsbüttel – doch die Behörde schafft bereits Fakten

Am Birkhahnweg in Stellingen gibt es Streit: Das Bezirksamt Eimsbüttel will die kleine Straße ausbauen lassen, Anwohner halten das für unnötig und wehren sich – das Elbe Wochenblatt beantwortet die wichtigsten Fragen.

Worum geht es?

Das Amt will die kleine Anwohnerstraße verbreitern, Gehwege anlegen und dann die Kosten auf die Anwohner umlegen. Bisher gilt die kleine
Sackgasse mit 22 Häusern als „unfertige“ Straße – aber erst, wenn sie formell ausgebaut ist, kann die Stadt kassieren.

Was sagen die Anwohner?
Die meisten Anlieger halten die Pläne für unnötig, da die Straße für ihre Zwecke vollkommen ausreiche und in einem guten Zustand sei. Ihr Argument: In den 90er Jahren wurde der Birkhahnweg neu gebaut und zur Sackgasse erklärt. Seitdem nutzen im Prinzip nur die Anwohner die Piste, es gibt keinen Durchgangsverkehr.

Warum lässt das Amt nicht alles so, wie es ist?
Hamburgweit sollen „unfertige“ Straßen ausgebaut und abgerechnet werden. Laut Bezirksamt ist der Ausbau des Birkhahnwegs nötig und „nicht verhandelbar“. Zum einen sei die Straße ein Provisorium, der Untergrund zum Beispiel sei nicht gemäß heutigen Standards gebaut worden und langfristig „nicht tragfähig“. Zum anderen habe das Amt sich an Formalien zu halten: So gelte eine Straße nur als fertig, wenn sie Bordstein und Gehweg habe. Beides fehlt im Birkhahnweg.

Warum gibt es keinen Kompromiss?
Schwer zu sagen. Das Amt bleibt bisher stur bei seinen Ausbauplänen. Es gab eine Gesprächsrunde, die aus Sicht der Betroffenen einseitig verlief: „Wir wurden vor vollendete Tatsachen gestellt. Unser Vorschlag, nur das Nötigste zu machen und die Straße ansonsten so zu belassen, wie sie ist, wurde abgelehnt“, sagt Anwohnervertreter Paul Schorn.

Was passiert derzeit?
Das Amt schafft Fakten: Zäune werden versetzt, um den Straßenraum zu verbreitern. Die Anwohner hoffen noch auf einen Baustopp über den Petitionsausschuss der Bürgerschaft.

Das sagt das Bezirksamt


Das Bezirksamt Eimsbüttel beharrt auf den Ausbauplänen und weist Kritik und Einwände der Anwohner zurück. Ein Minimalausbau sei nicht möglich, da die Straßenbreite (elf Meter) im Bebauungsplan festgeschrieben sei. Es gebe da „keinen Spielraum“. Unterschiedliche Varianten des Ausbaus wurden diskutiert, fanden aber unter den Anwohnern offenbar keine eindeutige Mehrheit.
Aus Sicht des Amts ist ein Baustopp nicht möglich. Auch der Petitionsausschuss der Bürgerschaft lehnte dies ab und wies auf den nötigen Ausbau der Straße hin.
Der Ausbau des Birkhahnwegs kostet etwa 310.000 Euro – es kommen auf die Anlieger voraussichtlich Kosten von mehr als 10.000 Euro zu.
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