Stadtteiltreff Lenzsiedlung: Noch mehr kaputt – so ein Mist!

Die Küche im Café an der Julius-Vosseler-Straße wird seit März saniert. Ralf Helling, Geschäftsführer des Vereins Lenzsiedlung, hofft darauf, dass bis Weihnachten alles fertig wird. Doch nun sind neue Schäden am benachbarten Bürgerhaus bekannt geworden.
 
Im Café bleiben die Stühle einstweilen oben, ein neuer Betreiber wird noch gesucht.
Hamburg: Bürgerhaus Lenzsiedlung |

Weitere Schäden am Bürgerhaus entdeckt - Cafe soll wiedereröffnen

Die eine Baustelle ist bald fertig, da steht schon die nächste an: Im Bürgerhaus der Lenzsiedlung an der Julius-Vosseler-Straße sind neue Mängel entdeckt worden. Die wichtigs-ten Fragen und Antworten.

Was ist da los?
Seit dem Frühjahr wird die Küche im Café Veronika der Lenzsiedlung saniert. Grund: ein Wasserschaden als Folge baulicher Mängel. Während dieser Arbeiten kam heraus, dass noch mehr nicht in Ordnung ist. Das gesamte Bürgerhaus nebenan, das erst vor fünf Jahren gebaut wurde, ist „undicht“. Im unteren Bereich des Gebäudes dringt Feuchtigkeit ein. Laut ersten Schätzungen des Vereins Lenzsiedlung, dem das Haus gehört, kostet die Reparatur knapp 100.000 Euro.

Was passiert jetzt?
Der Verein versucht Architekten und Baufirmen in die Pflicht zu nehmen, möglicherweise über eine Klage vor Gericht. Das kann dauern. Da der Verein selbst kein Geld für die Reparatur hat, wird eventuell der Bezirk einspringen. Bereits für den Schaden in der Küche schoss die Bezirkspolitik 111.000 Euro vor. Der Verein versucht, auch diese Summe von den damaligen Architekten und Baufirmen wiederzubekommen.

Was wird aus dem Café?

Es soll auf alle Fälle wiedereröffnet werden. Ralf Helling, Geschäftsführer des Vereins Lenzsiedlung: „Wir gehen davon aus, dass die Küche noch vor Weihnachten fertig wird.“ Allerdings fehlt im Moment ein Betreiber für die Gastronomie. Bis zum März war das beliebte Café Veronika Teil der Produktionsschule Eimsbüttel des sozialen Betriebs Alraune. Dieser musste raus wegen der anstehenden Baustelle. Über eine Fortsetzung der Zusammenarbeit konnten sich Alraune und der Verein Lenzsiedlung nicht einigen. Es gab offenbar weit auseinanderliegende Vorstellungen darüber, wie die Gastronomie betrieben werden kann.

Und nun?
Der Verein Lenzsiedlung sucht einen neuen Pächter für das Café. Helling rechnet damit, dass die Menschen aus der Lenzsiedlung und der Umgebung im nächsten Jahr ihren beliebten Treffpunkt wieder nutzen können – mit einem gastronomischen Angebot.

Was bedeuten die Probleme im Café und Bürgerhaus
für die Lenzsiedlung?

Bis zu 14 Stockwerke hoch, insgesamt 1.000 Wohnungen: In der Hochhaussiedlung nahe der U-Bahn-Station Lutterothstraße leben mehr als 3.000 Menschen aus 60 Ländern. Viele sind auf Sozialhilfe angewiesen, sie brauchen Unterstützung, um über die Runden zu kommen.
Sozialarbeiter wissen: Es sind vor allem Treffpunkte wichtig, damit es ein Miteinander in solchen Großsiedlungen geben kann. Die Lenzsiedlung hat zwei: Das Bürgerhaus in der Julius-Vosseler-Straße 193 und das benachbarte Café in dem markanten Holz-Rundbau. Vor fünf Jahren wurde das neu gebaute Bürgerhaus eingeweiht. Dort finden Kulturabende, Seminare, Fortbildungen, Treffs von Stadtteilgruppen und vieles mehr statt. Das Café war der kulinarische Mittelpunkt der Siedlung: Mit einem günstigen Mittagstisch, engagiertem jungen Personal und einem sozialen Konzept machte sich der Betrieb beliebt. Dort lernten Schüler für den Beruf, auch Ausbildungsstellen gab es hier. Die Lokstedter Gastronomie gehörte zur Produktionsschule Eimsbüttel der sozialen Gesellschaft Alraune – wie das Café im Hamburg-Haus.
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