SPD-Heimspiel, kaum Konter

Auch in persönlichen Gesprächen von Bürgern mit Olaf Scholz herrschte eine positive Stimmung. Foto: jh
Hamburg: Gymnasium Dörpsweg |

Gymnasium Dörpsweg: Bürgermeister Olaf Scholz bekam bei seinem Diskussionsabend viel Applaus

Jonas Hammel, Eidelstedt
Die schlechten Botschaften nahm Hamburgs Regierender Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) gleich zu Beginn seiner Rede vorweg. So sprach er das Schuldendefizit Hamburgs von derzeit 25 Milliarden an und machte deutlich, dass damit Einsparungen verbunden seien, die auch für „jeden Bürger in irgendeiner Form zu spüren sein werden“.
Besonders zu spüren bekommt es der „Mädchentreff Lurup“, der mit einem Protestplakat („Hände weg vom Mädchentreff Lurup“) auf die drohende Schließung seiner Jugendeinrichtung aufmerksam machte. Olaf Scholz zeigte vor rund 250 Zuhörern Verständnis für den Protest, machte aber auch klar, dass Einsparungen bei der jetzigen Haushaltslage unvermeidbar seien.
„Auch vor dem Hintergrund der eingeführten Ganztagsschulen muss man über neue Formen der Betreuung nachdenken, die Kosten sparen können“, so der Senatschef. „Wir wollen auf keinen Fall, dass die Kinder und Jugendtreffs schließen müssen, daher fordere ich sie auch als Bürger auf, über alternative Lösungen nachzudenken, damit solche wichtigen Einrichtungen wie der Mädchentreff Lurup erhalten bleiben“, erklärte Hamburgs Bürgermeister weiter.
Viel Beifall erntete Scholz für das Vorhaben, jedes Jahr 6.000 neue Wohnungen bauen zu wollen, davon 2.000 sozial geförderte. Auch sonst war die Stimmung sehr auf Seiten des Sozialdemokraten. Beim Thema Umweltpolitik gab es noch die meisten kritischen Stimmen.
„Bezüglich des Wirtschaftswachstums haben Sie eine zu undifferenzierte Betrachtungsweise, und vernachlässigen im Gegenzug die Umweltpolitik“, so ein Teilnehmer. Kritisiert wurde auch der schlechte Zustand der Hamburger Radwege. „Die Radwege werden wir nach und nach ausbessern. Dies geschieht aber nicht von heute auf morgen“, so der Bürgermeister.
Der Bürgerentscheid, der die Erweiterung des Eidelstedt Centers verhindert hat, kam überhaupt nicht zur Sprache. Auch sonst war die Stimmung auf dem rund zweistündigen Abend recht harmonisch. Ein bisschen fühlte sich der Auftritt des Altonaers in Eidelstedt wie ein Heimspiel an.
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Sabine Schulz aus Eidelstedt | 27.06.2012 | 10:05  
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