S-Bahnhof Eidelstedt liegt in Stellingen

Hamburg: S-Bahnhof Eidelstedt |

Stadtteilschild verdeutlicht: Station gehört nicht zu Eidelstedt

René Dan, Eidelstedt/Stellingen
Wer genau hinsieht, mag seinen Augen kaum trauen – an erstaunlicher Stelle liegt der S-Bahnhof Eidelstedt: in Stellingen. Davon kündet zumindst mit weißer Schrift auf rotem Hintergrund ein entsprechendes Ortsschild. Und das, obwohl hinter dem Bahnhof mit historischen Wurzeln, die bis in das 19. Jahrhundert reichen, die Tivoli-Werke ihre Türme in die Höhe recken – ein Inbegriff Eidelstedter Industriegeschichte, hier wurde einst Bier gebraut. Und mit der Reichsbahnstraße grenzt eine der prägendsten Straßen Eidelstedts an den Bahnhof. Hat es also seine Richtigkeit mit dem Stellinger Ortsschild an der
Schnackenburgallee? Das Elbe Wochenblatt hat nachgefragt.
Für eine Verlegung des Schildes, betont Stephan Glunz, Pressesprecher des Bezirksamtes Eimsbüttel, „besteht kein Handlungsbedarf“. Er erläutert: Vor dem Bahnhof Eidelstedt liegt stadtauswärts die rechte Straßenhälfte in Stellingen – „und zwar bis zur Unterführung der Güterumgehungsbahn in der Reichsbahnstraße“, so Stephan Glunz.
Allerdings nimmt der Pressesprecher eine Relativierung vor, indem er ein Wörtchen an den Anfang seiner Erklärung stellt: „Etwa an der Stelle, an der das Straßenschild steht, trifft die Schnackenburgallee auf die Stadtteilgrenze zwischen Eidelstedt und Stellingen.“
Rainer Kalkreuter vom „Statistischen Amt für Hamburg und Schleswig-Holstein“, zuständig für die Beschreibung von Verwaltungsgrenzen, geht einen Schritt weiter: „Wo das Schild jetzt steht, fängt Stellingen nicht an – das müsste vielleicht vor der S-Bahnbrücke stehen.“ Da aber sei das Schild wohl nicht so gut sichtbar.
Der Bahnhof Eidelstedt aber liegt – wie auch die Tivoli-Werke mit der Malzproduktion– in Stellingen. „Das glaub’ ich nicht!“, sagt der Eidelstedt-Kenner Peter Jäger. Auch für Ilse Steffen, Leiterin des Eidelstedter Heimatmuseums, ist klar: „Der Bahnhof Eidelstedt gehört natürlich zu Eidelstedt“ – wie auch die Tivoli-Werke. „Das war früher alles Eidelstedt“, weiß die Enkelin des Kohlehändlers Hinrich Wannewitz. Nach dem Zweiten Weltkrieg müsse es zu einer Veränderung der Stadtteilgrenzen gekommen sein, sagt Ilse Steffen. Und Peter Jäger, Lokaljournalist und Autor mehrerer Eidelstedt-Bücher, kritisiert: „So eine Grenzziehung ist nicht nachvollziehbar und bürgerfeindlich!“
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Klaus-Peter Schmidt aus Eidelstedt | 29.12.2012 | 19:46  
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