Produktionsschule Eimsbüttel: 40 neue Plätze zu vergeben

Im Café Veronika in der Lenzsiedlung lernen Jugendliche im Gastronomiebereich: Patrick Müller (18, l.), Patrick Szendzielorz (18, r.) mit Küchenleiter Eric-Juma Stichel (42, Mitte).
Hamburg: Café Veronika |

Ab August übernimmt der soziale Betrieb die Kantine in der Stadtteilschule Stellingen

Gurken schnibbeln, Fleisch anbraten, Soße vorbereiten: In der Küche des Café Veronika in der Lenzsiedlung herrscht Hochbetrieb, bald beginnt der Mittagstisch. Ein Dutzend Mitarbeiter kocht, rührt und richtet an. Heute gibt es Kalbsrahmgulasch und „Schnüüsch“, eine norddeutsche Gemüsesuppe.
Das Besondere in dem sozialen Betrieb: Hier arbeiten Schüler in einer sogenannten Produktionsschule (siehe Kasten). Praktische Aufgaben stehen im Vordergrund. Die Schule ist für Jugendliche gedacht, die bisher keinen Abschluss haben oder auf der Suche nach einem passenden Beruf sind. Ab Sommer wird das Angebot erweitert – dafür werden neue Schüler gesucht. „Wir können 40 neue Plätze vergeben“, sagt die pädagogische Leiterin Lisa Thomsen. Bisher lernten die Schüler in Küche und Service im Café Veronika oder als Maler und Lackierer im nahegelegenen Werkhof. Ab August kommen weitere Bereiche hinzu: In der Stadtteilschule Stellingen wird eine Fahrradwerkstatt eingerichtet, zudem übernimmt das Café Veronika am Brehmweg den Kantinenbetrieb. Bis zu 200 Essen bereitet das Küchenteam dann allein für die Schüler zu. Alle diese Bereiche werden unter dem Dach der neuen Produktionsschule Eimsbüttel zusammengefasst. Träger ist die gemeinnützige Gesellschaft Alraune, finanziert wird das Angebot von der Schulbehörde.
Wer in der Produktionsschule arbeitet, kann in einem bestimmten Berufszweig Erfahrungen sammeln, einen Schulabschluss machen und bekommt Unterstützung bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz. Es gibt Erfolgserlebnisse: Dieses Jahr machen zum Beispiel neun Schüler den Hauptschulabschluss, ein Schüler hat einen Praktikumsplatz in einem renommierten Gastronomiebetrieb.
Die neue Produktionsschule ist voraussichtlich für drei Jahre genehmigt. Warum ist solch ein Angebot wichtig? Thomsen: „Es gibt immer mehr Schüler, die im normalen Schulbetrieb nicht zurechtkommen.“ In einer Produktionsschule können diese auf andere Weise lernen.

Was ist eine Produktionsschule?


Praktische, handwerkliche Fähigkeiten erlernen: Das steht im Mittelpunkt einer Produktionsschule. Jugendliche können hier entweder bestimmte Berufszweige ausprobieren, einen Schulabschluss nachholen oder sich bei der Berufswahl unterstützen lassen.
Es gibt Plätze in den Bereichen Koch/Köchin, Restaurantfachkraft (Service), Schulgastronomie, Malen und Lackieren, Zweiradmechaniker/in.
Die Betriebsstätten sind in der Nähe der Lenzsiedlung in Lokstedt (U2 Lutterothstraße). Bevor Schüler aufgenommen werden, machen sie ein kleines Praktikum in dem gewünschten Bereich.
Kontakt/Info: Lisa Thomsen, 43 91 08 88, oder Eric Stichel, 43 09 67 50.
www.alraune-hamburg.de
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