Neues Quartier – und wo bleibt der TSV Stellingen?

Blick von oben: Seit den 1920er Jahren gibt es die Sportplätze in Stellingen. Für Wohnungsbau und die neue Stadtteilmitte sollen sie auf das Gelände des Informatikums verlegt werden. Im Hintergrund: das Stellinger Rathaus. (Foto: TSV Stellingen)
Hamburg: TSV Stellingen |

Sportplatzring: Stellinger Traditionsverein will sich vergrößern – bekommt aber keine Perspektiven von der Politik

Reinhard Schwarz, Stellingen
Rundherum werden die Flächen verplant und Skizzen für das neue Quartier am Sportplatzring entworfen. Nur der TSV Stellingen weiß immer noch nicht, wie es mit seinem Clubheim nahe der jetzigen Sportplätze weitergeht. Seit Monaten versucht der Vorstand um Elke Mohr mit der Stadt und anderen Partnern Perspektiven auszuloten, um dem Verein eine Zukunft am alten Standort zu verschaffen – bisher ohne Erfolg. Es hakt am Geld.
Um weiter für seine Mitglieder attraktiv zu bleiben und sein Angebot erweitern zu können, brauche der Verein mehr Raum in einem größeren Haus, sagt die Vorsitzende Elke Mohr. Das Haus mit Gastronomie und Sporthalle gehört samt Grundstück dem Verein. Der sei zwar schuldenfrei, habe aber nicht genügend Geld für einen Neubau: „Uns fehlen circa 1,5 Millionen Euro“, so Mohr. Ein Neubau würde insgesamt rund vier Millionen Euro kosten. Die Hansestadt habe bereits signalisiert, dass es keine finanzielle Unterstützung geben werde, so Mohr.

Mitglieder wollen Grund und Boden behalten


Das Vereinshaus, dessen Ursprünge noch aus dem Jahr 1902 stammen, sollte zunächst mit in das geplante Stadtteilhaus Stellingen ziehen. Das sah der preisgekrönte Architektenentwurf vor. Diese Lösung wurde aber mittlerweile verworfen. „Die Mitglieder wollen den eigenen Grund und Boden behalten“, betont Elke Mohr. Der Verein befürchte, dass er ohne eigenen Grundbesitz zum Spielball von Politik und Verwaltung werden würde.
Der TSV Stellingen befinde sich derzeit in einer schwierigen Lage, erklärt die Vereinsvorsitzende: Der Bezirk erwarte vom Verein trotz dessen angespannter Finanzlage konkrete Vorschläge für einen Neubau. Derzeit sei die Vereinsführung dabei, über Alternativen nachzudenken. Elke Mohr: „Wir bemühen uns aktuell, mit Konzeptentwicklern eine Lösung zu finden.“ Für sie ist aber ebenso klar: Der Verein hat eine 125-jährige Tradition in Stellingen, auch die Stadt Hamburg und der Bezirk Eimsbüttel seien in der Verantwortung. „Unser Sportverein stellt seit jeher ein wichtiges Bindeglied in der Gesellschaft dar.“

Neue Mitte

Die drei der Stadt gehörenden Sportflächen an der Ecke Basselweg / Sportplatzring sollen mit rund 600 Wohnungen bebaut werden. Dadurch soll Stellingen wieder einen Mittelpunkt erhalten, der durch den Ausbau der Kieler Straße Ende der 1960er Jahre verloren ging. Ersatz für die Sportflächen entsteht auf dem Informatikum an der Vogt-Kölln-Straße: Dort sollen bis 2016 zwei Kunstrasenflächen gebaut werden. Der TSV Stellingen möchte jedoch an seinem angestammten Platz bleiben, da er mit Gesundheits- und Fitnessangeboten im (neuen) Zentrum Stellingens mehr Perspektiven sieht als am abgelegenen Informatikum.

Kommentar von Carsten Vitt
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.