Mitten im Athener Euro-Zoff: Eidelstedter Schüler forschen

Die Schüler der zehnten bis zwölften Klasse des Gymnasiums Dörpsweg haben im Rahmen des „Comenius“-Programms auch in Athen jeweils zur Mittagszeit den Sonnenhöchststand gemessen, um den Erdumfang zu bestimmen. Trotz Protesten gegen ridige Sparauflagen, die auch von Deutschland gefordert werden - die Eidelstedter fühlten in Griechenland keine Vorbehalte aufgrund ihrer Herkunft. Im Gegenteil: „Wir wurden sehr gut umsorgt“. Private Besuche in den nächsten Ferien sind bereits geplant. Foto: fh
Hamburg: Gymnasium Dörpsweg |

Schüler des Gymnasiums Dörpsweg haben in Griechenland den Sonnenstand gemessen

Frauke Heiderhoff,
Eidelstedt/Athen
Schüler des Gymnasiums Dörpsweg haben ein Jahr lang jeweils genau zur Mittagszeit den Sonnenstand gemessen. Ihr Ziel: den Erdumfang nach der Eratosthenes-Methode zu bestimmen. Der griechische Gelehrte kam mit seiner Lösung bereits vor etwa 2.200 Jahren zum Ziel. Dafür haben die Zehnt-, Elft- und Zwölfklässler – jeweils an verschiedenen Tagen – wie Eratosthenes den von der Sonne geworfenen Winkel gemessen. Um besser zu forschen, sind sie jüngst nach Griechenland gefahren.
Die Eidelstedter Schüler arbeiten bei ihrem Projekt eng mit Partnerschulen aus Finnland, Österreich und Griechenland zusammen. Denn der Erdumfang kann nur mit Hilfe von Messungen an unterschiedlichen Orten berechnet werden. Nach allgemeinem Kenntnisstand beträgt der Erdumfang rund 40.024 Kilometer – die Schüler aber wollen es ganz genau wissen.
Hierfür haben sich die Pennäler vom Dörpsweg eine Woche lang mit ihren europäischen Partnern in Athen ausgetauscht. Erdumfangsmessung, Mythologie und Ausflüge waren wichtige Bestandteile im Programm der Schüler.
Während ihres Aufenthaltes erlebten die Eidelstedter auch Streiks und Proteste gegen die Sparpolitik. Saskia (15) bemerkte die Unruhen besonders daran, dass „die Busse einen Tag lang nicht fuhren“. Michel geriet einmal mitten in einen Protestzug: „Die Demonstration verlief trotz diverser Sprüche gegen Merkel friedlich“, so der 15-Jährige. Mit seinen Gasteltern unterhielt er sich intensiv über politische Aspekte wie „begangene Fehler beider Staaten“.
Die 14 Eidelstedter Gymnasiasten fühlten sich von ihren Gasteltern „toll aufgenommen“. So sagt die 15-Jährige Chirin: „Meine Gastmutter hat mich behandelt, als wäre ich ihr eigenes Kind.“
Das Forschungsprojekt wird im Zuge des Comenius-Programms für lebenslanges Lernen von der Europäischen Union finanziell gefördert. Im März gibt es einen gemeinsamen Austausch in Österreich. Bis dahin möchten die Schüler ihre Messgenauigkeit noch verbessern. Der Lehrer und Projektleiter Dietrich Hinsch plant, das Vorhaben für weitere zwei Jahre zu verlängern.
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