Meine Woche in der Hamburgischen Bürgerschaft

„Jugend im Parlament“ ist ein Rollenspiel, das über eine Woche im Hamburger Rathaus veranstaltet wird. Teilnehmen können 121 Jugendliche im Alter von 15 bis 21 Jahren. Bei "Jugend im Parlament" hat man die Möglichkeit, die Abläufe eines Parlaments kennenzulernen und selber Politik zu machen. Man wird sozusagen selber zum „echten“ Abgeordnetem, diskutiert vier Tage lang in Ausschüssen über das von allen gewählte Thema und fasst die Diskussionsergebnisse letztendlich in einer Resolution zusammen. Die Präsentation findet im großen Plenarsaal vor anwesenden Kolleginnen und Kollegen.

In diesem Jahr war ich dabei. Durch ein Plakat in der Stadtteilschule Stellingen war ich auf dieses interessante Projekt aufmerksam geworden.

Unser Projekt ging über eine Woche und hat mir viele Einblicke in die Welt der Politik verschafft. Am Montag, d.19.9.2011, platzierten sich die 121 Jugendlichen aus unterschiedlichen Schulen und Betrieben pünktlich um neun Uhr im Plenarsaal des Hamburger Rathauses. Bürgerschaftspräsidentin Carola Veit hieß uns alle willkommen und wünschte uns eine spannende und lehreiche Woche.
Nach Farben wurden wir in kleine Gruppen aufgeteilt, lernten uns innerhalb dieser kennen, bestimmten interessante Diskussionsbereiche und stellten zwei Kandidaturen zur Wahl des Präsidiums auf. Einer der zwölf Kandidaten für die fünf Posten war dann auch ich. Alle zwölf mussten sich kurz vorstellen und begründen, warum gerade sie dafür geeignet wären, die verantwortungsvollen Sitzungen und Debatten im Parlament zu führen. Bei vielen der Interessenten merkte man, dass sie bereits mehrere Jahre politisch tätig waren und besondere Vorkenntnisse ins Präsidium mitbringen konnten. Nach einigen kurzen Reden war klar, wer gewählt werden würde und wer nicht. Doch die Entscheidung hat jeder einzelne anonym für sich gefällt. Nach der Anzahl der Stimmen hat die jüngste Teilnehmerin das gewählte Präsidium verkündet: Sina M. (Präsidentin), Folke P. (Vizepräsident), Leonie L. (Vizepräsidentin), Eduard K. (Schriftführer) und Arfan A. (Schriftführer).
Meine Aufgabe als Schriftführer bestand darin, das Gesagte der Abgeordneten zu protokolieren, sich mit den Präsidiumskollegen zu beraten, für Disziplin im Saal zu sorgen und die Stimmen auszuwerten. Diese Aufgaben haben mir Spaß bereitet und zeigten mir, wie bei echten Abgeordneten zugeht.
Gleich am ersten Tag konnten wir nach dem Prinzip der einfachen Mehrheit die zentralen Themen in den Ausschüssen für die ganze Woche bestimmen. Diese beinhalteten Fragen wie z.B. „Sollten Jugendlichen bis 16 Jahre den öffentlichen Nahverkehr kostenlos nutzen können?“ oder “Brauchen wir mehr Polizisten in unserer Stadt?“.
Ich persönlich war im inneren Ausschuss mit dem Thema „Innere Sicherheit“ beschäftigt. Vier Tage haben wir in der Gruppe hierzu Fragen aufgestellt und diskutiert.
Experten standen uns zur Seite wie z.B die Kriminaloberrätin Kathrin Hennings und der CDU Vorsitzender Voet von Vormizeele.
Insgesamt lässt sich sagen, dass wir gute Leistung erbracht haben, denn unsere gemeinsam verfasste Resolution wird nun, Dank der überwiegenden Mehrheit, von den Abgeordneten an die echten Bürgerschaftsabgeordneten weitergeleitet. Diese befassen sich mit den Beschlüssen und entscheiden über deren Umsetzungsmöglichkeiten in der Hamburger Politik.
Während der Arbeit im Präsidium hatten wir auch ein persönliches Treffen mit Carola Veit, bei dem wir uns gemütlich über das Projekt allgemein und über politische Angelegenheiten unterhielten. Die Bürgerschaftpräsidentin zeigte sich offen und aufgeschlossen, erklärte uns, dass es schwieriger sei, erfahrene Politiker zur Ruhe zu bringen. Sie wollte von uns wissen, ob wir uns eine Zukunft in der Politik vorstellen könnten und sprach uns Lob aus, denn nicht jedes Präsidiumsteam schafft es, über 100 Leute zur Ruhe zu bringen.
Im Großen und Ganzen lässt sich resümieren, dass ich sehr froh bin, an diesem Rollenspiel teilgenommen zu haben. Ich konnte viele Einblicke in politische Abläufe gewinnen, knüpfte Kontakte, lernte sehr viel Neues, gewann tolle Freunde und genoss eine spannende Zeit im Rathaus.
Leider darf man an diesem Projekt nur einmal teilnehmen. Sollte man ein zweites Mal mitmachen dürfen, wäre ich auf jeden Fall dabei.
Eduard Korostelev, 12. Jahrgang, Stadtteilschule Stellingen
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