Klassenzimmer ade – Platz da für die Lern-WG

Elmar Wind ist stolz auf den Entwurf des Neubaus, der für die besonderen Unterrichtsmethoden konzipiert wurde. Foto: jbd
 
Wenige Tage nach dem Richtfest: Im Obergeschoss des Neubaus werden ein Mehrzweckraum sowie zwei Lernbereiche entstehen. Foto: jbd
Hamburg: Berufliche Schule Eidelstedt (BS 24) |

Berufsschule Eidelstedt bekommt einen maßgeschneiderten Neubau

Jasmin Bannan, Eidelstedt

Wer sich ein Klassenzimmer als rechteckigen Raum mit Stuhl- und Tischreihen vorstellt, die für den Frontalunterricht an der Tafel ausgerichtet sind, wird sich wundern, wenn er die Pläne für das neue Gebäude der Beruflichen Schule Eidelstedt (BS 24) betrachtet. Dort sind insgesamt drei große offene Lernbereiche, eine Cafeteria, neue Verwaltungsräume und ein Mehr-zweckraum mit einer Cafeteria geplant, die auch von der Stadtteilschule Eidelstedt mit benutzt wird.
Elmar Wind, Leiter der Beruflichen Schule Eidelstedt, ist stolz auf „seinen“ Neubau und kann die Fertigstellung – geplant zum Start des neuen Schuljahrs im Spätsommer – kaum erwarten: „Mit diesem barrierefreien Schulgebäude beschreitet die BS 24 im Bereich der Ausbildungsvorbereitung – auch für
Migranten – architektonisch, didaktisch und organisatorisch neue Wege. Wegweisend sind hierfür individualisierte Lehr- und Lernmethoden sowie
Teambildung“, so Elmar Wind.

Das Lehrpersonal war in die Planungen mit einbezogen

Die Lehrkräfte der Schule haben fast zwei Jahre über ein Raumkonzept diskutiert und mit geplant. Dahinter steckt das pädagogische Konzept des dualisierten Lernens am Übergang in die Berufswelt. Hier kann die Berufliche Schule Eidelstedt seit Jahrzehnten besonders gute Ergebnisse vorweisen – gerade bei Jugendlichen in schwierigen Phasen und Herausforderungen durch Inklusion oder Migration.
Die duale Ausbildung sieht vor, dass die Jugendlichen drei Tage im Betrieb sind und zwei Tage in die Schule gehen. Nach einem Jahr soll das Ziel des Ausbildungsbeginns erreicht werden. Bei der dualen Ausbildung für Migranten verlängert sich die Zeit um ein Jahr, auch um sprachliche Barrieren aus dem Weg zu räumen. Auch hier war die Berufsschule Eidelstedt Vorreiter als Pilotschule.
Bei beiden Konzepten erarbeiten die Lehrer mit ihren Schülern spezielle Inhalte, die sich dem Praktikumsplatz anpassen. „Dass die Berufliche Schule Eidelstedt BS 24 mit diesem Konzept richtig liegt, zeigen nicht zuletzt auch die Erfolge der vergangenen Jahre. Zum Lernerfolg tragen Angebote für individuelle Ziele und Rückmeldungen über den aktuellen Stand bei, vor allem aber eine offene und freie Umgebung mit guten Schüler-Lehrer-Bezie- hungen. Das neue Schulgebäude wird diese erfolgreiche Arbeit besonders unterstützen“, ist der Schulleiter überzeugt.

Ausbildung und Integration

Insgesamt arbeiten und lernen an der BS 24 mit den Standorten Reichsbahnstraße und Niekampsweg rund 70 Lehrende und etwa 800 Jugendliche. Diese Jugendlichen werden auf eine Lehre oder Berufe vorbereitet, ausgebildet und in Arbeit integriert. Die BS 24 bietet eine behindertengerechte schulische Berufsausbildung an und ist Partner der Rehabilitationseinrichtung Berufsbildungswerk Hamburg (bbw). Jugendliche mit Lern-, Körper-,
Sinnes- und psychischen Behinderungen werden an der BS 24 in über 20 Berufen des gewerblichen, kaufmännischen und dienstleistenden Berufsfeldes ausgebildet. Auch die Teilnehmenden der Berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahmen (BvB) des bbw werden durch die BS24 beschult.
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