Jetzt wird kritisch konsumiert

Schüler der Klasse 5c der Stadtteilschule Stellingen pflanzen Apfelbäume auf einer Streuobstwiese. In Zukunft soll auch Apfelsaft gewonnen werden. (Foto: pr)

Verbraucherzentrale nimmt drei Schulen im Hamburger Westen in ihr Projekt „Verbraucherschule“ auf

Von Gaby Pöpleu

Sie wissen was Konjunktiv und Plusquamperfekt ist, aber nicht, wie man ein Girokonto eröffnet. Ist die Bildung in Deutschland zu alltagsfern? Drei Schulen im Hamburger Westen steuern gegen und wurden in das Projekt „Verbraucherschule“ der Verbraucherzentrale Hamburg aufgenommen.

Schon vorher gabs Verbraucherkunde
Lernen Schüler heutzutage nicht mehr zu Hause, wie sie im Alltag klarkommen? Das will der Nachhaltigkeitskoordinator Matthias Drieschner vom
Albrecht-Thaer-Gymnasium so nicht stehen lassen. „Das Angebot ist viel unübersichtlicher geworden“, sagt er. „Vieles scheint kostenlos nutzbar, erst auf den zweiten Blick zeigt sich, wer profitiert.“ Diesen Blick sollen die Schüler erlernen. Auch heute schon wird an der Schule Wissen über Verbraucherthemen vermittelt, etwa zum Thema Umwelt oder Medien. Man will jetzt verstärkt den Bereich „Finanzen“ beackern. „Wir freuen uns auf die Experten der Verbraucherzentrale“, sagt Drieschner. Die werden denSchülern dann Nützliches zum Beispiel darüber vermitteln, welches Konto oder welche Versicherung sinnvoll sind oder wie ein Produkttest zu lesen ist.
Zwei weitere zukünftige „Verbraucherschulen“ befinden sich in der Nachbarschaft: Die Stadtteilschule Stellingen setzt mit dem Verbraucherwissen verstärkt in den Klassen 7 bis 10 an. In Klasse neun und zehn können die Schüler sogar Profile namens „Kochkunst“ und „Medienkunde“ wählen. Der Bedarf ist da: „Wir sehen ja, wie die Kinder sich ernähren“, sagt Lehrerin Cläre Bordes. „In der Überflussgesellschaft wird viel komsumiert und es wird immer wichtiger zu wissen, was hinter Lidl oder H&M steht.“
Auch schon die Grundschüler sollen Verbraucherwissen ansammeln: In der Grundschule Molkenbuhrstraße plant man eine Verbraucher-Projektwoche nach den Sommerferien. „Viele der Themen, zum Beispiel gesunde Ernährung, kommen auch schon jetzt im Sachunterricht vor“, sagt Schulleiter Andreas Treß. „Die Kinder sollen lernen, hinter die Fassade der Werbung zu schauen.“ Und in der Projektwoche wird vielleicht auch mal über das Thema „Taschengeld“ gesprochen.
Nach zwei Jahren können die Schulen sich dann mit dem Zertifikat „Verbraucherschule“ schmücken: Dann schaut die Verbraucherzentrale noch einmal nach, was in Sachen Verbraucherbildung unternommen wurde.
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