Heraus aus Hartz IV - Sarrazin lässt grüßen!

Thomas Bollmann: "Heraus aus Hartz IV - Herr Sarrazin und seine Vorurteile warten an jeder Ecke!"
Heraus aus Hartz IV? Sarrazin lässt grüßen!

Thomas Bollmann, 32 Jahre alt, gelernter Dachdecker, ist seit 2010 arbeitslos und bezieht Arbeitslosengeld II, das so genannte Hartz IV. Seit Februar nimmt er an einer Vermittlungsmaßnahme eines Bildungsträgers teil. Aufgrund seiner Qualifikation, viel mehr aber wegen seines Willens, diesen Zustand zu beenden, wurde er frühzeitig in ein Praktikum vermittelt und erhielt eine Festeinstellung zum 1. August 2012, nachdem ihm in einer betrieblichen Ausbildungsvereinbarung bis zu diesem Zeitpunkt noch spezielle Kenntnisse auf Kosten des Arbeitgebers vermittelt werden sollen.

Dazu ist zu sagen, dass die vom Jobcenter zuständige Sachbearbeiterin für die Vermittlungsmaßnahme des Bildungsträgers mit hohem Engagement die Reaktivierung von Thomas Bollmann unterstützt hat. Was aber folgte, das ist ein wahrer Schildbürgerstreich. Der eigentliche Betreuer von Bollmann, ein Sachbearbeiter im Jobcenter, liest die Mitteilung der Sachbearbeiterin nicht zu Ende, er nimmt nur zur Kenntnis, dass Bollmann den Kursus abgebrochen habe und fordert diesen zu einer Anhörung, um ihm eine Sperrfrist für das ALG II zu verhängen. Solches, obwohl Bollmann durch ständig gute Leistungen im Praktikum sich zusätzliche Ausbildungen auf Kosten des Praktikumsbetriebes und sogar einen Arbeitsplatz verdient hat.

Nicht genug: Arbeitslosengeld II wird im Voraus gezahlt, Lohn und Gehalt aber erst im Nachhinein. Da die Höhe des ALG II nicht gerade üppig ist, steht Bollmann jetzt vor der Tatsache, dass er nicht weiß, wovon er einen Monat lang leben und Miete, Strom und Wasser begleichen soll. Gut, dazu kann man beim Jobcenter ein Darlehen beantragen und Fahrgeld erhält man auf Antrag auch für bis zu 2 Monate. Nur, so Bollmann, das sind Schulden, die man zurück bezahlen muss. Darüber hinaus sind unsagbar viele Formulare auszufüllen.

Bollmann ist nicht der einzige, der sich vorgeführt fühlt. Zwei andere, denen es ähnlich ging, meinten, es wäre weitaus weniger kompliziert, ALG II zu beziehen, als wieder in einen Arbeitsprozess integriert zu werden. Der große Schock ist allerdings der: man kämpft um eine Reintegration in den beruflichen Alltag und durch einen Sachbearbeiter im Jobcenter wird vorverurteilt, man habe schuldhaft eine Integrationsmaßnahme beendet und soll eine Sperrfrist verhängt bekommen. Sarrazin grüßt durch Anlegen der vorhandenen Hand an die nicht vorhandene Kopfbedeckung.
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