Freie Republik Eimsbüttel: Einfach mal losgärtnern!

Aus einem kleinen Garten soll ein großer werden: Urban Gardening an der Julius-Vossler-Straße. (Foto: pr)
Hamburg: Julius-Vosseler-Straße |

Auf einer Brachfläche in Lokstedt legten fünf Bürger Beete an – sie suchen weitere Unterstützer

Jenifer Calvi, Lokstedt

Ein Stück brachliegendes Gelände und fünf Eimsbütteler, die sich gedacht haben: Komm, da machen wir was draus! Damit hier bloß nicht noch ein Supermarkt gebaut wird, den keiner braucht. „Freie Republik Eimsbüttel“ steht auf einem Schild, das in einem Blumenbeet steckt.
An der Julius-Vosseler-Straße 98 in Lokstedt wird unter der Hand gegärtnert. Urban Gardening heißt der Trend – und der geht so: Die freie große graue Fläche wird auf private Kosten von Anwohnern schöner gemacht. Obwohl ihnen das Gelände streng genommen nicht gehört. „Wir haben Schutt und Müll weggeräumt, eine Bienenweide und wilden Flieder gepflanzt sowie einen Totholzhaufen angelegt“, erzählt Max, einer der Republik-Gärtner. Aus herumliegenden losen
Pflastersteinen wurden Beeteinfassungen gebaut, Blumenerde eingebracht und Kräuter gesät. Drum herum ein paar liebevoll arrangierte Topfblumen. Die Fläche ist seit mindestens vier Jahren für Wohnungsbau vorgesehen, getan hat sich noch nichts. Die Freiwillige Feuerwehr Lokstedt lässt hier jedes Frühjahr das Osterfeuer lodern.

Grünflächen verschwinden – Stadt heizt sich auf

Die Republik-Gärtner sind keine grünen Spinner oder Revoluzzer, sie wollen zum Nachdenken anregen: „Im Zuge der zunehmenden und wegen der Wohnungsnot verständlichen Verdichtung der Stadt verschwinden immer mehr Grünflächen, was sowohl aus Naturschutz- und Klimagründen schwierig ist – die Stadt heizt sich immer mehr auf, die Artenvielfalt schwindet, Regenwasser versickert nicht mehr“, erklärt Max. Und weiter: „Auch soziale Aspekte drängen sich auf: Wo und wie erholen sich die Menschen? Wie nahe können sie in einer verdichteten Stadt der Natur sein? Wir haben einfach mal angefangen. Unser Wunsch wäre, dass mehr Menschen sich einbringen, etwas aufbauen und anpflanzen – und dass dieser Ort wächst, blüht und gedeiht.“
Die Stadtgärtner hoffen, dass ihr grünes Experiment nicht jäh endet, wenn der Eigentümer Wind davon bekommt: „Im positiven Fall, wenn unser Urban Garden groß und bekannt genug ist, lässt sich vielleicht der Investor dazu bringen, den Garten zu erhalten und die zukünftigen Bewohner könnten ihr eigenes Gemüse anbauen oder unter den dann schon gewachsenen Bäumen sitzen.“

Wer mitmachen mag oder Fragen hat, meldet sich per E-Mail bei den Gärtnern:
freierepublikeimsbuettel@gmail.com


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