EM-Fieber im Gemeindehaus

Vorfreude aufs Dänemark-Spiel: Die Pastoren Jörn de Jager (2. v. l.) und Dirk Fanslau (hinten, im Fahnen-Look geschminkt) mit fußballbegeisterten Gemeindemitgliedern. Foto: cvs
Hamburg: Gemeindehaus der Elisabethkirche |

Neben der Elisabethkirche können Fußballfans für Poldi & Co. zittern

Ch. v. Savigny, Eidelstedt
Das deutsche Team kämpft in der Europameisterschaft – und auch in Hamburgs Kirchengemeinden wird kräftig mitgefiebert: Im Gemeindehaus der Elisabethkirche scharen sich an diesem Sonntag rund 50 Fans vor der Großbildleinwand, um Schweini, Poldi & Co. gegen Dänemark die Daumen zu drücken. Es geht um den Einzug ins Viertelfinale.
Viele haben sich die Deutschlandfahne auf die Wange gemalt, einige sind sogar in DFB-Trikots erschienen. „Deutschland gewinnt 3:1“, tippt Hendrik (22). „Europameister wird aber Spanien, weil sie technisch besser sind!“ Die junge Dame neben ihm ist etwas zurückhaltender: „1:0 für Deutschland“, glaubt Anna (24), die für das Viertelfinale nächste Woche sogar nach Polen fahren will. „Über den HSV haben wir Eintrittskarten bekommen“, berichtet sie. „Gar nicht so teuer, 50 Euro.“
Organisiert wird das kirchliche Public Viewing von Pastor Jörn de Jager. „Wir sind eine Volkskirche, die ihre Mitglieder durch alle Lebenssituationen begleitet“, sagt der fußballbegeis-terte Kirchenmann. „Dazu gehören auch sportliche Höhepunkte wie die EM.“ Seit 1996 wird in der Eidelstedter Gemeinde alle zwei Jahre großer Fußball gezeigt – entweder von Welt- oder von Europameisterschaften. Gegen einen kleinen Kostenbeitrag gibt’s Grillwürstchen, Salat und kalte Getränke dazu.
Seit seiner Jugendzeit ist de Jager vom Fußballvirus infiziert: Beim Bezirksligisten Gettorfer SC in der Nähe von Kiel spielte er den Libero. Heute baut er gerne Trainerzitate in seine Predigten ein. Zum Beispiel dieses hier: „Die größte Herausforderung im Leben ist für mich der Umgang mit meinen Mitmenschen.“ Es stammt von Otto Rehhagel. „Solche Fußballerweisheiten lassen sich erstaunlich oft auf unser Leben anwenden“, hat de Jager festgestellt.
Es wird ein Zitterspiel gegen die Dänen – 2:1 lautet das Endergebnis. Somit wird die Eidelstedter Gemeinde weiter Fußball zeigen – so lange wie Bundestrainer Jogi Löws Team im Turnier bleibt. Nach dem Schlusspfiff feiern einige Fans vor dem Eidelstedter Bürgerhaus das Ergebnis des Parallelspiels. „Mein Freund ist Portugiese, deshalb bin ich für Portugal“, sagt die 17-jährige Lysanne und genießt den Sieg.
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