Damit der Arbeitsspeicher nicht rostet

Von Anfang an, also seit elf Jahren, ist Agnes Landbeck (rechts) dabei, wenn Stefanie Probst Brain Walking anbietet. Ball-Fingerspiele plus Bewegung und Sauerstoff aktivieren die Gehirnzellen. Eine - gar nicht so einfache - Übung von vielen.

Brain Walking ist ein Erlebnisspaziergang für Körper,
Sinne und Köpfchen

Kaum zu glauben, dass Agnes Landbeck schon 79 Jahre alt ist. Hellwach ist sie, offen und interessiert. Kein Wunder, dass sie vor elf Jahren ein neues Sportangebot ausprobierte: Brain Walking.


Gemeinsam mit ihrer Freundin aus Winterhude nahm die Ottensenerin spontan an dem Erlebnisspaziergang teil – und blieb hängen. So wie sie machen sich im Schnitt 15 Teilnehmer auf in den Hirschpark, Jenisch- oder Stadtpark, um mit Stefanie Probst sonntags um 11 Uhr ein geistiges Fitnessprogramm zu starten.
Die mentale Aktivierungstrainerin sorgt auf ihrem Rundweg durch die Natur mit kleinen Übungen dafür, das Gehirn anzuregen. Dabei geht es nicht um vorhandene Informationen, die etwa durch Kreuzworträtsel abgerufen werden. Bei ihrer Methode wird der Teil im Gehirn in Schwung gebracht, der wie ein Arbeitsspeicher im Computer neue Informationen vorübergehend aufnimmt – und zwar für fünf bis sechs Sekunden. Nur, wenn dieser Arbeitsspeicher gut läuft, kann Neues abgespeichert werden. Dummerweise lässt das gute Stück bereits ab 35 nach.
„Im Alltag trainieren wir unser Köpfchen viel zu wenig“, erklärt Probst. Dabei lässt sich mit einfachen Übungen der Arbeitsspeicher fit halten.
Wenn kein Brain Walking stattfindet, nutzt Landbeck die S-Bahn für solche Denksportaufgaben. Wörter rückwärts buchstabieren, zusammensetzen und Steigerungen einbauen – wichtig ist, die Gedankenspiele immer etwas zu verändern. Vorher gilt:  Dem Gehirn seine Warmlaufphase gönnen.
So dürfen die Erlebnisspaziergänger zum Beispiel erst einmal mit einem kleinen Ball spielen. Denn die Bewegung der Finger mit jeweils 40.000 Nervenzellen gibt dem Gehirn einen Durchblutungsschub.
Nebenbei werden noch die Sinne angeregt: Etwa Buchstaben ertasten und anschließend zu einem Wort zusammensetzen - gedanklich natürlich. „Zettel und Stift gibt es nicht“, sagt Probst.
Für Landbeck ist das kein Problem. „Ich bin nach wie vor begeistert von den Treffen“, sagt sie über das ungezwungende Angebot. Und geistig fit scheint es sie auch zu halten.

Der nächste Erlebnisspaziergang mit Stefanie Probst findet am Sonntag, 21. September, um 11 Uhr im Hirschpark statt. Treffpunkt ist das Café Witthüs in Blankenese an der Elbchaussee. Das Brain Walking kostet acht Euro, davon geht ein Euro an das Kinderhospiz Sternenbrücke. Eine Anmeldung bei Stefanie Probst unter s 27 80 75 97 ist erforderlich. Bequeme Freizeitkleidung ist ausreichend. Ein weiterer Termin ist Sonntag, 5. Oktober, im Stadtpark.
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