Bezirksamtsleiter beim Bürgerkomitee

Gewohnt souverän meisterte der Eimsbütteler Bezirksamtsleiter Dr. Torsten Sevecke seinen Besuch beim Stellinger Bürgerkomitee. Er konnte nicht nur fundiert erklären, was ihn zu der Entscheidung das Stellinger Kundenzentrum zu schließen bewogen hatte, er ließ sich auch durch die zum Teil sehr emotionalen Beiträge der Bürger nicht aus der Ruhe bringen.

Der Hauptgrund für die Schließung ist nach den Worten des Bezirksamtsleiters fehlendes Personal, das bedingt durch den Mehraufwand nach der Einführung des neuen Personalausweises notwendig ist. Dr. Sevecke bezifferte drei zusätzliche Personalstellen als notwendig, um einen ordnungsgemäßen Betrieb zu gewährleisten. Diese drei Stellen hat er mehrfach und erfolglos beim Senat angefordert.

Er kündigte an, dass weitere Kundenzentren in Hamburg geschlossen werden. In die leer werdenden Räume in Stellingen soll das Jugendamt mit dem ASD ziehen. Einsparungen bringt die Maßnahme allerdings nicht, denn die sieben Stellinger Stellen werden verteilt. Die Räume sind bis 2026 gemietet.

Als Bonbon kündigte er an, dass das Bezirksamt als Regionalbeauftragte Katharina Nagel mit einer vollen Stelle zum 01. März in Stellingen einsetzen wird. Sie wird für die Ortsgebiete Stellingen/Eidelstedt und Lokstedt/Niendorf/Schnelsen zuständig sein.

In der anschließenden Debatte wurden viele Aspekte diskutiert. Mit dem Ende des Kundenzentrums wird sich die Verwaltung ganz erheblich von ihren Bürgern entfernen. Ins Kundenzentrum nach Lokstedt verdoppelt sich die Fahrtzeit und nach Eimsbüttel verdreifacht sie sich. Hinzu kommt, dass in beiden Fällen umgestiegen werden muss. Für mobilitätseingeschränkte Menschen ist die Strecke nicht mehr zu schaffen.

Wenn eine mittellgroße Stadt, und nichts anderes sind Stellingen und Eidelstedt, ohne Verwaltungsanbindung und wirksame politische Vertretung dasteht, dann gehen der Hamburger Einheitsgemeinde die Maßstäbe verloren. Das Steuereinkommen von über 54.000 Menschen soll nicht ausreichen, um ein Kundenzentrum zu finanzieren, das Geld wird anderweitig gebraucht? Was es in den Köpfen der Einwohner anrichtet, wenn sie von kommunalen Dienstleistungen abgeklemmt werden, ist eine offene Frage? Ob ein stabiler Stadtteil kippt, wie sich das bei Brandstiftungen in den Sylvestertagen in Eidelstedt und Schnelsen in den letzten Jahren andeutete, wird die weitere Entwicklung zeigen? Der Bezug zu Politik und Verwaltung wird spürbar weiter geschwächt.

Die Sprecherin des Bürgerkomitees Cornelia Mertens stellte resümierend fest: „Viel hängt jetzt von den Stellingern und Eidelstedtern ab, die für den Erhalt des Kundenzentrums auf die Straße müssen. Sonst ist das alte Stellinger Ortsamt futsch, für immer!“
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