„Beim Tanzen verschwindet der ganze Schulstress!“

Haben jede Menge Spaß beim Tanzen nach poppigen Rhythmen: die Lenz-Dance-Girls mit Anleiterin Jasmin Kock (hinten, 2.v.r.) (Foto: cvs)
Hamburg: Bürgerhaus Lenzsiedlung |

Tanzprojekt in der Lenzsiedlung Lokstedt vorerst gesichert – Zukunft ist aber ungewiss

Christopher von Savigny, Lokstedt – Im Veranstaltungssaal des Bürgerhauses Lenzsiedlung bewegen sich sechs- bis 16-jährige Mädchen zu heißen Pop-Rhythmen. Die „Lenz-Dance-Girls“ treffen sich zweimal wöchentlich, um neue Choreografien einzustudieren – ein Projekt, das den jungen Teilnehmerinnen jede Menge Spaß bereitet. „Wir tanzen nach Liedern, die uns super gefallen“, sagt Cemre (12). „Und wir dürfen auch selbst Vorschläge machen.“ Vanessa (11) findet: „Beim Tanzen verschwindet der ganze Schulstress!“
Dass die Lenz-Dance-Girls derzeit überhaupt noch das Tanzbein schwingen, ist ein kleines Wunder: Denn nachdem die Sozialbehörde vor zwei Jahren drastische Kürzungen im Bereich der Kinder- und Jugendarbeit angekündigt hatte, stand der Verein Lenzsiedlung plötzlich mit leeren Händen da. Nur dem Engagement der Beteiligten ist es zu verdanken, dass solche und ähnliche Projekte weiterlaufen können.
„Wir haben eine Menge Werbung betrieben“, berichtet Ole Müller, der vor Ort die Angebote für Kinder und Jugendliche koordiniert. So seien einzelne Gruppen öffentlich aufgetreten, um Spendengelder zu akquirieren. Mit Erfolg: Für den letztjährigen Jugendetat der Lenzsiedlung sprang ein Hamburger Geschäftsmann ein, dieses Jahr spendete die Firma Beiersdorf 2.000 Euro – eine Summe, die die Lenz-Dance-Girls immerhin bis Jahresende über Wasser hält. Und danach? Müller zuckt mit den Schultern. „Wir lassen es auf uns zukommen“, sagt er.
Die Lenz-Dance-Girls feilen derweil schon an ihren nächs-ten Auftritten: Fest eingeplant sind bislang das Methfesselfest (August) und das Nachbarschaftsfest der Lenzsiedlung (September).

So helfen Anwohner mit

Zum Angebot des Vereins Lenzsiedlung gehören unter anderem Gitarren-, Schlagzeug-, Box-, Fußball, Literatur- und Schauspielkurse, überwiegend für Kinder und Jugendliche. Geleitet werden die Fortbildungen nicht von ausgebildeten Lehrern, sondern von interessierten Anwohnern. „Each one teach one“ („Jeder unterrichtet jeden“) – so der offizielle Name des Vereinskonzepts. „Das kann zum Beispiel ein ehemaliger Boxer aus dem dritten Stock sein, der hier das Boxtraining übernimmt“, sagt Ole Müller, der die Angebote koordiniert. Vorteil: Die Bewohner, viele von ihnen arbeitslos und auf Unterstützung vom Amt angewiesen, können sich fortbilden und Erfahrung sammeln.
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1 Kommentar
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Moritz Krauß aus Wilhelmsburg | 08.05.2014 | 16:57  
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