A7-Ausbau: Anwohner ziehen Klagen zurück

Ganz dicht dran an der Autobahn: Am Imbekstieg hat sich ein Großteil der Anwohner mit der Stadt über Entschädigungen im Zuge des A7-Ausbaus geeinigt.
Hamburg: Imbekstieg |

Stellingen: Stadt einigt sich mit 25 Anwohnern des Imbekstiegs – zwei Nachbarn wollen weiter verhandeln

Im jahrelangen Ringen um den A7-Ausbau haben sich 25 Anwohner des Imbekstiegs mit der Stadt geeinigt. Sie verkaufen ihre Grundstücke oder erhalten Entschädigungen während der Bauzeit, im Gegenzug ziehen die Stellinger ihre Klage vor dem Bundesverwaltungsgericht zurück. Die wichtigsten Fragen und Antworten.

Worum geht es?

Die A 7 wird ausgebaut und verschwindet in Stellingen in einem Tunnel (sogenannter Deckel). Das Bauwerk rückt den Häusern an der östlichen Seite des Imbekstiegs näher auf die Pelle, während der Bauzeit haben die Bewohner die Baustelle direkt vor der Nase. Unzumutbare Bedingungen, argumentierten die Stellinger seit Jahren. Anfang 2015 machte die Stadt erstmals ein Angebot, den Anwohnern ihre Häuser abzukaufen. Nun gab es eine Einigung.

Was wurde ausgehandelt?
Pro Haus gibt es zwischen 240.000 und 280.000 Euro. Wer nicht verkauft, wird für die Belästigungen während der Bauphase in geringerem Umfang entschädigt – mit etwa 80.000 bis 95.000 Euro.

Um wie viele Häuser geht es?

Insgesamt um 38 Grundstücke. 27 Anwohner hatten sich vor Jahren zu einer Initiative zusammengeschlossen, 25 davon nehmen die Angebote – Abkauf oder Entschädigung – nun an. Die Anfang 2014 eingereichte Klage gegen den A7-Ausbau ziehen diese nun zurück. Zwei Hausbesitzer verhandeln weiter mit der Stadt, in der Hoffnung auf eine höhere Entschädigung.

Was ist mit den restlichen Grundstücken?

Auch mit den übrigen elf Grundstückseigentümern am östlichen Imbekstieg will die Stadt noch verhandeln.

Bis wann sollen die Häuser geräumt sein?

Laut Verkehrsbehörde bis Ende Februar 2016. Hamburg kauft die Grundstücke über die städtische Wohnungsgesellschaft Saga.

Ist die Anwohnerinitiative zufrieden?

„Die Freude ist übergroß“, so Sprecherin Christiane Brylla. Die Anwohner hatten immer eine Verhandlungslösung angestrebt. „Schön, dass die Behörde diesen Weg letztlich mitgegangen ist“, so Brylla.

Deckelbau

Insgesamt wird die A 7 in Hamburg zwischen den Anschlussstellen Othmarschen und der Landesgrenze ausgebaut – auf sechs bis acht Spuren. In Othmarschen/Bahrenfeld, Stellingen und Schnelsen werden drei Tunnel gebaut, entlang der gesamtem
Strecke wird der Lärmschutz verbessert. In Stellingen verschwinden die Fahrstreifen zwischen Kieler Straße und Güterumgehungsbahn in einem Tunnel – unter dem sogenannten Deckel. Länge: Knapp 900 Meter. Im Bereich der Auf- und Abfahrt Höhe Kieler Straße wird die A 7 insgesamt bis zu zehn Spuren haben. Auf dem Deckel sollen später eine Parkanlage und Kleingärten entstehen. Bereits begonnen hat der Abriss der Langenfelder Brücke in Stellingen. Bei fließendem Verkehr wird das Bauwerk komplett neu gebaut.
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