A 7-Ausbau: Gründlich nachdenken

Auffahrt Stellingen
Ende April kam die Meldung, dass der Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer den Ausbau der A7 in Stellingen um Jahre verschieben will. Der Abschnitt in Schnelsen soll vorgezogen werden und wird zuerst ausgebaut.

Gleichzeitig entsteht in Altona auf dem ehemaligen Güterbahnhof und den alten Brauereiflächen die "Neue" Mitte Altona. Auf ca.75Hektar sollen in 2 Bauabschnitten 3.500 neue Wohnungen und eine Freifläche von ca. 8 Hektar entstehen.

In dem Zusammenhang gibt es Grobplanungen, den gesamten Altonaer Bahnhof ca. 1,5 Kilometer weiter nördlich direkt an der Nord-Süd-Hauptstrecke, in Höhe des heutigen S-Bahnhofs Diebsteich, als Durchgangsbahnhof neu zu errichten.

Zu den verkehrlichen Konsequenzen gibt es bisher nur Überlegungen, auf der Linie Harkortstieg / Kohlentwiete eine weitere Ost-West-Straßenverbindung parallel zur Stresemannstraße anzulegen. Wie der neue Fernbahnhof Diebsteich für den Verkehr erschlossen werden soll, dafür gibt es keine Antworten.

Das Stellingen ganz erheblich von diesen Plänen betroffen sein wird, erschließt ein Blick auf die Hamburger Straßenkarte. Der Fernbahnhof kann von zwei Seiten erschlossen werden. Einmal über den Eimsbütteler Marktplatz und die Kieler Straße, die für Stellingen schlechteste Lösung. Der Verkehr würde mitten durch den Stadtteil über die Anschlussstelle Stellingen führen. Oder über den Holstenkamp zur Schnackenburgallee und dann über die Auffahrt Volkspark.

Wenn man sich die bisherigen Planungen zum A7 Ausbau ansieht, dann wird von der Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt die Kieler Straße wegen ihres sechsspurigen Ausbaus als Hauptverkehrachse bevorzugt. Jüngst wurden die Pläne zur Umgestaltung der Auffahrt Stellingen veröffentlicht. Mit dieser Planung sollen die Nord-Süd Verkehre beschleunigt an die Kreuzung Kieler Straße / Sportplatzring herangeführt werden. Das ist logisch, weil man mit dem A7 Ausbau mehr Verkehr in dieser Richtung abwickeln will. Ob der Stadtteil diese Mehrverkehre überhaupt aufnehmen kann, ist angesichts der heutigen Engpässe kaum vorstellbar.

Es gibt eine naheliegende Lösung für all diese Fragen. Man entwickelt den Holstenkamp und die Schnackenburgallee zur Ortsumgehung Stellingen. Darüber könnte gleichzeitig der Fernbahnhof Diebsteich und die Neue Mitte Altona erschlossen werden. Schon seit Jahren fordern Kommunalpolitik und Bürgerkomitee diese notwendige Entwicklung. Bisher lehnt die BSU diese Überlegungen mit Hinweis auf die Kosten kategorisch ab.

Der ganze A7-Ausbau fußt auf der These, der Elbtunnel könne die Mehrverkehre aufnehmen. Dieser zeigt in den letzten Jahren genau das Gegenteil. Er ist bisher nicht in der Lage, das heutige Verkehrsaufkommen zu bewältigen. Warum soll das in der Zukunft anders sein? Einziger Vorteil sind die Deckel, wenn sie denn wirklich kommen? Die Finanzierungen öffentlicher Großprojekte sind immer wieder ins Schwimmen gekommen. Wie sicher kann der Bürger sein, dass es bei den Deckeln klappt?

Sollte der Ausbau der A7 in Stellingen tatsächlich verschoben werden, muss noch einmal gründlich nachgedacht werden. Wir brauchen eine Planung, die die stadtplanerische Entwicklung der kommenden Jahre in den Bezirken berücksichtigt. Es müssen intelligente Antworten für die verkehrliche Entwicklung in Stellingen her. Dazu gehört neben der Ortsumgehung auch die Erschließung der Arenen. Die Möglichkeit zum neuen Planen ist jetzt da und sie kommt vielleicht nie wieder.
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