Bei den Ninjas aus Ottensen

„Zwei Schnitte, eine Rolle“: Bei dieser „Kata“-Übung lernt der Verteidiger, wie er einem Schlag ausweichen und gleichzeitig einen Angriff setzen kann. Foto: cvs

Kampfkunst aus Fernost: Bujinkan Budo Taijutsu

Von Christopher von Savigny. Schwarz gekleidete Kämpfer stehen sich paarweise im „Dojo“, dem Traingsraum der „Bujinkan“-Anhänger in der Rothestraße, gegenüber. Auf dem Boden Judomatten. Während die Angreifer ihre Gegner mit dem Holzschwert („Bokken“) attackieren, lassen sich die Verteidiger geschickt nach vorne wegrollen, um ihrerseits einen Gegenangriff zu starten – diesmal nur mit den Händen. Der Ablauf folgt den Regeln einer fest einstudierten Choreografie – langsame, ästhetische Bewegungen, die eher an einen Tanz als an eine kriegerische Auseinandersetzung erinnern. Niemand will hier sein Gegenüber verletzen. „Es geht nicht darum, jemand anderen zu besiegen, sondern nur sich selbst“, sagt Trainer Fernando Reyes (40).

Ein Sport, bei dem es nicht ums Gewinnen geht

Seit zwei Jahren ist die Trainingsgruppe mit aktuell zwölf Teilnehmern in Ottensen zuhause. „Bujinkan Budo Taijutsu“ nennt sich die japanische Kampfsportart, die hier ausgeübt wird – zu deutsch etwa „Kriegerische Körperkunst“. Training ist zweimal pro Woche. Die Einheiten setzen sich aus einem Aufwärmprogramm und den anschließenden „Katas“ zusammen, die dem Einüben fester Bewegungsabläufe dienen. Als Waffen – deren Benutzung lediglich angedeutet wird – kommen darüber hinaus Holzstäbe („Hanbo“) und kurze Holzschwerter („Wakizashi“) zum Einsatz, bei Fortgeschrittenen auch echte Stahlschwerter („Laito“).
Reyes ist seit elf Jahren Bujinkan-Anhänger, mittlerweile hat er einen schwarzen Gürtel (3. Dan). „Vorher hatte ich 20 Jahre lang Tischtennis auf Wettkampfniveau gespielt“, berichtet er. „Ich wollte etwas lernen, das nichts mit gewinnen zu tun hatte.“ Seine Schüler sind zwischen 25 und 35 Jahre alt, einige studieren, andere sind berufstätig. „Ich habe einen Sport gesucht, den man alleine machen kann, bei dem man aber auch in der Gruppe ist“, sagt Sebastian (32), von Beruf Illustrator. „Mich fasziniert die Freude an der Bewegung“, sagt Data-Managerin Elena (33).
„Außerdem finde ich gut, dass man auch trotz körperlicher Einschränkungen mittrainieren kann. Zum Beispiel, wenn die Gelenke nicht mehr ganz so fit sind.“

Info

Bujinkan Budo Taijutsu ist eine relativ junge Kampfkunst: Gegründet wurde sie im Jahr 1972 als Kombination aus insgesamt neun japanischen Ninja- und Samurai-Schulen. Die Teilnehmer tragen schwarze Karateanzüge und weiche Schuhe („Tabi“). Die Gürtelfarben sind weiß, grün (bei Frauen: rot) und schwarz. Das Graduierungssystem reicht bis zum 15. Dan. CVS
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