Urlaubszeit - Haustierentsorgungszeit

Am Straßenrand der Struenseestraße ausgesetzt; daneben ein großer Plastiksack mit Futter.
Hamburg: Struenseestraße | Wie in jedem Jahr werden in den Sommermonaten immer wieder zahlreiche Haustiere, hauptsächlich Kleintiere, ausgesetzt. Nicht jedes Tier hat das Glück gefunden zu werden, und oft befinden sie sich in einem traurigen Zustand. Tierheime platzen aus allen Nähten und wissen schon bald nicht mehr wohin mit den Sorgenbringern.

Dabei gibt es doch heutzutage so viele Informationen rund um das Tier im Internet zu finden, und jeder Käufer müsste doch eigentlich vorher wissen, was danach auf ihn zukommt: Wieviel Lebenszeit werde ich mit meinem neuen Tier verbringen? Wieviel Pflege und wieviel Zuneigung braucht es? Was kommen für Verpflegungskosten auf mich zu? Ein Tier kann auch krank werden, und ein Tierarzt muss für seine Dienstleistungen bezahlt werden. Wird mein Kind auch nach der ersten Begeisterung noch sein Interesse am neuen Mitbewohner erhalten? Sind Haustierallergien möglich? Und schließlich: Wohin mit meinem kleinen Liebling, wenn ich in den langersehnten Urlaub fahren möchte?

Warum ein Tier anschaffen, wenn alle diese Fragen mit einem unangenehmen Gefühl verbunden sind. Ein Tier sollte kein Gefühlslückenfüller, keine Dekoration oder kein kurzfristiges Spielzeug werden. Ein Tier ist dem neuen Besitzer absolut ausgeliefert und kann sich seinen Menschen nicht aussuchen. Wenn keine Verbindung zwischen den beiden entsteht, kann es sein, dass der Straßenrand die „Lösung“ wird.

So wie es vor ein paar Tagen einem kleinen jungen Hasen erging. In früher Morgenstunde, ich konnte es kaum fassen, fand ich ihn, einsam und verlassen, eingesperrt in einem Vogelkäfig, am Straßenrand der Struenseestraße ausgesetzt; daneben ein großer Plastiksack mit Futter.

Natürlich habe ich ihn erst einmal mit mir nach Hause genommen und habe mir überlegt, was tun? Ihn weiterreichen, damit er erneut an einem Straßenrand abgestellt wird? Oder in das überfüllte Tierheim geben? Aber die braunen Augen haben sofort mein Herz erobert, und ich habe mir selbst die oben angeführten Fragen auferlegt, ob wir eine gemeinsame Zukunft haben können. Der Hase bewohnt nun einen für ihn angemessenen neuen Käfig und wird es bei mir gut haben. Sein Name ist nun allerdings nicht mehr Hase, sondern Juli - das Beste des Sommers.
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2 Kommentare
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Christine Kraft aus Harburg | 09.08.2012 | 21:34  
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Michael Borkowski aus Altona | 24.08.2012 | 13:06  
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