Schlechter Standort?

chlechter Service? Stephan Bornhöft muss täglich um die 100 Briefe einwerfen. Über den – wenig zugänglichen – neuen Standort des Briefkastens in der Plöner Straße ärgert er sich. Foto: cvs

Altonas einziger Nachtbriefkasten verlegt – keine Parkmöglichkeiten

Von Christopher von Savigny. Stephan Bornhöft ist sauer auf die Post. Grund ist die Verlegung des Briefkastens in der Plöner Straße. „Der Kasten ist überhaupt nicht zugänglich“, sagt Bornhöft, Chef einer Hamburger Steuerberaterfirma. Erstens gebe es keine Haltemöglichkeit für Pkw. „Hält man dennoch in Höhe des Briefkastens, muss man einen unbefestigten und moras-tigen Grünstreifen überwinden – mit der Folge, Schuhe und Auto vollständig einzusauen“, schimpft er.
Der betreffende Briefkasten – einer der wenigen im Stadtteil, der Spät-, Nacht- und Sonntagsleerung anbietet – wurde im Oktober um etwa 50 Meter in Richtung Stresemannstraße versetzt. Der ursprüngliche Standort direkt in der Einfahrt des Briefverteilungszentrums sei unpraktisch gewesen, sagt Jens-Uwe Hogardt, Sprecher der Deutschen Post in Hamburg. „Autofahrer konnten dort auch nicht anhalten, und für Fußgänger war es gefährlich wegen des Güterverkehrs.“ Die Verlegung sei mit der Stadt so abgesprochen worden. Von mangelnden Parkplätzen könne nicht die Rede sein. „Außerdem kann man ja auch mal ein paar Meter zu Fuß gehen“, so Hogardt.

Post nur noch an Großkunden interessiert?

Als selbständiger Unternehmer kann Bornhöft seine Post immer erst abends einwerfen. „Ich habe täglich an die 100 Briefe loszuwerden“, sagt er. Das Angebot der Spät- und Nachtleerungen ist für seine Firma überlebenswichtig, da die Post im besten Fall schon am Folgetag beim Kunden eintreffen soll. „Dafür nehme ich erhebliche Strecken in Kauf“, so Bornhöft. „Meinem Eindruck nach interessiert sich die Post kaum noch für uns kleine Kunden. Die haben nur noch die Großkunden im Blick, die ihre Post schon vorsortiert einliefern. Damit können sie mehr Geld verdienen.“
An der Plöner Straße wird wochentags letztmalig um 20 und um 23 Uhr geleert. Nach 18 Uhr wird man sonst nur am Altonaer Bahnhof Glück haben – mehr Möglichkeiten bietet die Post im Stadtteil nicht an.
Laut einer Ankündigung des Konzerns sollen als nächstes bundesweit 9.000 von 11.000 Sonntagsleerungen gestrichen werden. Aus wirtschaftlichen Gründen, wie Hogardt erläutert: „Das Angebot wurde so gut wie gar nicht mehr genutzt.“
Der Standort Plöner Straße bleibe jedoch mit allen Leerungszeiten erhalten. Auch die Anzahl der Briefkästen in Hamburg sei in den vergangenen zehn Jahren praktisch konstant geblieben.
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