Sabine Wils (MdEP, DIE LINKE) spricht zu: Kreuzfahrtterminal Altona - Sauberer Strom statt Dicke Luft!

Am Sonntag, den 19.2.2012 zu Gast in Altona-Altstadt
Hamburg: Louise-Schroeder-Schule | Der seit Jahren anhaltende Kreuzfahrtboom macht vor Altonas Altstadt nicht halt: Seit 2009 besteht der Liegeplatz für Kreuzfahrtschiffe im Altonaer Fischereihafen. Im April 2011 ist das neue Terminalgebäude eröffnet worden. Für die Kreuzfahrtbranche und ihre Passagiere mag dies positiv sein. Die in Altonas Altstadt lebenden Menschen werden aber durch den Liegebetrieb der Kreuzfahrtschiffe erheblich gesundheitlich belastet: Während der Liegezeiten am Terminal verursachen Kreuzfahrtschiffe viele Emissionen, vor allem Schwefeloxide, Stickoxide sowie Feinstaub- und Rußpartikel. Zur Stromversorgung an Bord laufen die Schiffsmotoren am Liegeplatz weiter. Der Stromverbrauch von Küchen, Festsälen, Schwimmbädern und den anderen Einrichtungen auf einem Kreuzfahrtschiff entspricht dem Bedarf einer Kleinstadt.
Es ist ein handfester umweltpolitischer Skandal, dass gegen die dicke Luft am Kreuzfahrtterminal bislang fast nichts unternommen wurde. Dabei darf nicht verkannt werden, dass Schiffsemissionen inzwischen nicht nur in Terminalnähe sondern stadtweit ein brisantes Umweltproblem geworden sind. In Hamburg ist der Schiffsverkehr mit einem Anteil von 37,8 % Hauptverursacher der Stickoxid Belastungen noch vor dem Kfz-Verkehr (Hamburger Abendblatt v. 22.9.2011).
Hauptgrund für die dicke Luft, die von der Kreuzfahrtschifffahrt verursacht wird, ist der verwendete Treibstoff: Kreuzfahrtschiffe fahren mit Schweröl, einem sehr umwelt und gesundheitsschädlichen Abfallprodukt der Ölindustrie. Die Traumschiffe der Kreuzfahrtbranche sind schwimmende Müllverbrennungsanlagen. Die maßgebliche Ursache ist der viel zu hohe Schwefelgehalt von Schweröl von bis zu 4,5 %. Ein sehr hoher Anteil: Im Vergleich dazu darf Kraftstoff für Lkw seit Januar 2009 nicht mehr als 0,001 % Schwefel enthalten.
DIE LINKE setzt sich auf allen politischen Ebenen für eine saubere Kreuzfahrtschifffahrt ein. Immer wieder hat die Altonaer LINKSFRAKTION in der Bezirksversammlung gefordert, dass die Schiffe am Altonaer Terminal an den Liegeplätzen landseitig mit ökologisch erzeugtem Strom versorgt werden (Landstromversorgung). DIE LINKE im Europaparlament macht die fehlenden gemeinsamen technischen Standards, die für die technische Funktionsfähigkeit einer Landstromversorgung erforderlich sind, immer wieder zum Thema. Außerdem fordert DIE LINKE gemeinsam mit Umweltverbänden wie dem NABU:

- Die internationale Standardisierung von Landstrom-Infrastruktur muss zügig vorangetrieben werden

- Verwendung von schwefelarmen und hochwertigen Treibstoffen durch alle Kreuzfahrtunternehmen im Hamburger Hafengebiet und sämtlichen anderen Küsten- und Hafengebieten Europas

- Schnelle Einführung von nach Umweltfreundlichkeit der Schiffe gestaffelten Hafengebühren – die in Hamburg seit 1.7.2011 bestehende Umweltkomponente hat keine ausreichende Anreizwirkung

Sofortige Nachrüstung aller Kreuzfahrtschiffe mit Rußpartikelfiltern

Frühschoppen Europa vor Ort
Kreuzfahrtterminal Altona: Sauberer Strom statt Dicke Luft!
Am Sonntag, den 19.2.2012 um 11:00 Uhr
Referenten:
Sabine Wils, MdEP (DIE LINKE)
Alexander Porschke, 1. Vorsitzender des NABU Hamburg
Karsten Strasser, Altonaer Bezirksabgeordneter (DIE LINKE)
Louise-Schroeder-Schule, Thedestraße 100
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