Kommt jetzt Hilfe aus Bonn für Klaus Pervoelz?

In seiner Wohnung in der Neustadt: Klaus Pervoelz ist auf fremde Hilfe angewiesen, wenn er aufstehen will. Seine schwerbehinderte Ehefrau kann ihm nicht aufhelfen. Foto: mg

Der 76-Jährige hofft auf Unterstützung des Bundesversicherungsamtes in
seinem Kampf gegen die Deutsche BKK um einen Stuhl mit Aufstehhillfe

Es ist so gekommen, wie Klaus Pervoelz befürchtet hatte. Seine Krankenkasse, die Deutsche BKK, streitet weiter darum, ihn nicht mit einem 5.731 Euro teuren Stuhl mit Aufstehhilfe versorgen zu müssen. Das Sozialgericht Hamburg hatte die Deutsche BKK im Juni im Eilverfahren dazu verdonnert, den Stuhl zu bezahlen (das Elbe Wochenblatt berichtete), dagegen hat die Kasse nun Beschwerde vor dem Landessozialgericht eingelegt.
Eine Sprecherin der Deutschen BKK sagt dazu: „Grund ist, dass das Sozialgericht seine Entscheidung lediglich darauf stützt, dass wir nicht fristgerecht entschieden haben. Unsere Rechtsabteilung sagt hierzu, dass es sich dabei noch um eine relativ ,junge’ Vorschrift handle, zu der noch nicht alle Auslegungsfragen höchstrichterlich geklärt sind.“

„Verzögerungstaktik“ auf dem Rücken von Kranken?


Leidtragender dieses Streits vor Hamburgs höchsten Sozialrichtern um Gesetztesauslegungen bleibt Klaus Pervoelz, der immer noch auf seinen Stuhl warten muss, den ihm sein Arzt im März 2015 verordnet hat. Der 76-Jährige, der ohne fremde Hilfe nicht aufstehen kann, nennt das Verhalten seiner Krankenkasse „eine Verzögerungstaktik, die auf meinem Rücken ausgetragen wird“.
Für das Verhalten der Deutschen BKK gegenüber ihrem Versicherten beginnt sich nun das Bundesgesundheitsministerium und die höchste Aufsichtsbehörde des Landes für Krankenkassen in Bonn zu interessieren. „Das Bundesversicherungsamt hat die Verwaltungsakte und die Berichte aus dem Elbe Wochenblatt angefordert. Die Beamten können die Deutsche BKK anweisen, den Stuhl zu bezahlen“, so Pervoelz.
Die Entscheidung des Landessozialgerichts, auf die Klaus Pervoelz sehnsüchtig wartet, wird in den nächsten Wochen erwartet. Das Elbe Wochenblatt wird weiter berichten.
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.