Kommt jetzt die Straße für Hamburgs erste Hexe?

Die Petition wird an die Bezirksamtsleiter verschickt
Vom 30. April bis zum 31. Oktober lief eine Online-Petition mit dem Ziel, eine Hamburger Straße nach Katharina Hanen zu benennen. Katharina Hanen war die erste Hamburgerin, die 1444 unter dem Vorwurf des Schadenzaubers als Hexe verbrannt wurde. So steht es in den Kämmereirechnungen, in denen vermerkt ist, dass dem Büttel die Kosten für das Brennholz erstattet wurden. Dies war einer der ersten Hexenprozesse Norddeutschlands.

In der Hansestadt sind mindestens 40 Frauen und Männer dem Hexenwahn des späten Mittelalters und der frühen Neuzeit zum Opfer gefallen, neueren Forschungen nach sollen es noch weitaus mehr sein. Im Gegensatz zu anderen deutschen Kommunen hat Hamburg bislang auf eine sozialethische Rehabilitierung der Hingerichteten verzichtet.

Die Petition war gerichtet an die sieben Hamburger Bezirksämter, denen das Vorschlagsrecht für die Benennung von Straßen obliegt. Sie zog ein relativ großes Medienecho nach sich. Abendblatt, MoPo, NDR, taz und andere berichteten. Am Ende fanden sich 301 Unterzeichnende. Die Unterschriftensammlung ist nun den Hamburger Bezirksamtsleitern weitergereicht worden. Sollte das Anliegen dort auf Interesse stoßen, dürfte sich in der Zukunft ein Regionalausschuss mit dem Thema befassen, je nachdem dort, wo gerade neue Verkehrsflächen entstehen.

Viele Unterzeichner machten deutlich, dass ihnen an einem Gedenken an die Opfer der Hexenverfolgung auch als Mahnung für Gegenwart und Zukunft gelegen ist. Denn das Schaffen von Sündenböcken ist auch heute wieder beliebte Unkultur. Oder, wie es der Bürgerschaftsabgeordnete Norbert Hackbusch als einer der ersten Unterzeichner formulierte:

„Gerade in dieser Zeit ist es wichtig sich auch unserer barbarischen Herkunft zu erinnern.“

Die Petition ist unter www.hexenwahn.tk zu finden.
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