Klaus Pervoelz siegt – aber nur vorerst

Etappensieg: Klaus Pervoelz (76) in seiner Wohnung in der Neustadt. Foto: mg

Krankenkassen-Irrsinn: 76-Jähriger aus der Neustadt bekommt endlich neuen Stuhl mit Aufstehhilfe

Klaus Pervoelz hat gegen die Deutsche BKK gewonnen, aber es ist vorerst nur ein Etappensieg. Hamburgs höchste Sozialrichter haben im Eilverfahren entschieden, dass der 76-Jährige aus der Neustadt den Stuhl mit Aufstehhilfe bekommt, um den er seit März 2015 gegen seine Krankenkasse kämpft (das Elbe Wochenblatt berichtete).

17 Monate Kampf gegen die Deutsche BKK

Zunächst hatte das Sozialgericht die Deutsche BKK im Eilverfahren dazu verdonnert, den Stuhl zu bezahlen. Dagegen hatte die Kasse Beschwerde eingelegt, die nun vom Landessozialgericht abgewiesen wurde. Die klagefreudige BKK kann diesen Beschluss nicht mehr anfechten. Es läuft allerdings noch das Verfahren in der Hauptsache, das noch Jahre dauern kann. „Die Deutsche BKK hat angekündigt, mir den Stuhl wieder wegzunehmen, wenn ich verliere“, so Klaus Pervoelz.
Um das zu verhindern, hofft Pervoelz weiter auf Hilfe aus Bonn von der Aufsichtsbehörde der Krankenkassen. Das Bundesversicherungsamt könnte die Deutsche BKK nach Prüfung der Aktenstapel anweisen, den immer verrückter anmutenden Streit um den Stuhl endgültig zu beenden.
Damit er wieder ohne fremde Hilfe aufstehen kann, hofft Pervoelz, dass jetzt alles ganz schnell geht: Die Deutsche BKK hat nach ihrer Niederlage vor Gericht ein Sanitätshaus bereits um einen Kostenvoranschlag für einen Stuhl mit Aufstehhilfe gebeten. Ursprünglich lagen die Kosten, die vom Medizinischen Dienst der Krankenkassen als „nicht wirtschaftlich“ bezeichnet worden waren, bei 5.731 Euro.
Zur Erinnerung: Im vergangenen Jahr war ein Mitarbeiter eines Sanitätshauses schon einmal bei Pervoelz, um einen „Katapultsitz“ für etwa 250 Euro anzupassen, den die Deutsche BKK bezahlen wollte. „Er sagte mir, der Katapultsitz sei nicht geeignet für mich“, erinnert sich Pervoelz. Nach vielen Monaten kann das Sanitätshaus bald einen Stuhl vorbeibringen, den Pervoelz’ Arzt seinem Patienten vor mehr als 17 Monaten verordnet hatte, als der alte kaputtgegangen war.
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