"Hoch die internationale Solidarität" - Schweigemarsch an Gedenken der Terroropfer

Vertreter der Türkischen Gemeinde Hamburg fordern die Aufklärung der Nazimorde
Hamburg: Große Bergstraße | „Hoch die internationale Solidarität“, lautete der laute Abschlussappell des Schweigemarschs vom Samstag, 19. November 2011 von Altona nach Bahrenfeld. Mehrere hundert Menschen versammelten sich auf Aufruf durch den Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB), die türkische Gemeinde Hamburg, “Unternehmer ohne Grenzen“ und „Laut gegen Nazis“ in Altona.
In Gedenken an den 2001 ermordeten Gemüsehändler Süleyman Tasköprü (31) sowie der neun vermutlichen weiteren Mordopfer der rechtsextremen Terrorgruppe „Nationalistischer Untergrund“, gedachten neben Landsleuten auch Hamburgs Innensenator Michael Neumann (SPD) und der türkische Generalkonsul Devrim Öztürk den Opfern. „Angesichts der Kontinuität terroristischer Aktivitäten von Rechtsextremisten über Jahrzehnte appellieren wir ausnahmslos an alle Bürgerinnen und Bürger dieser Entwicklung Einhalt zu gebie­ten“, so die Forderung der türkischen Gemeinde in Hamburg. Die Forderung nach einer schnellstmöglichen Aufklärung der Morde, das Verbot von V-Leuten in der NPD, und dass alle Beteiligten zur Verantwortung gezogen werden, forderten Sprecher wie Hüseyin Yilmaz (Türkische Gemeinde Hamburg).
Uwe Grund (DGB): „Der Aufstand der Anständigen ist notwendig, über die Parteigrenzen hinweg“. Grund sah sich am heutigen Tag in der Meinung bestätigt, dass die Gewerkschaften bereits vor Jahren vor zuviel Demokratieverachtung, Menschenfeindlichkeit, Hass und Intoleranz gewarnt und das schlimmste Folgen haben wird. Auf den Transparenten forderten die Demonstranten „Nazimorde aufklären“ und „Faschismus ist keine Meinung, sondern ein Verbrechen“.

Ein Gedenkteppich mit den Fotos der Mordopfer

Zahlreiche Fotos von den Opfern, verziert mit einzelnen roten Rosen, lagen als Teppich auf dem Gehsteig. Stille Mahnungen, neben zahlreichen Wortverkündungen. Stiller Marsch über Ottensen nach Bahrenfeld bis zum Schützenplatz. Dort, in der Schützenstraße, wo das vermutliche Opfer Tasköprü seinen Gemüseladen hatte. „Die Liebe unter den Menschen sollte unabhängig ihrer Religion vorhanden sein“, so die Studentin Duygu Sahbaz (25). Ein selbstgeschriebenes Gedicht in türkischer Sprache mit der Forderung und Hoffnung nach mehr Toleranz und Liebe. Es wird wohl nicht die letzte Aktion unter „Es lebe die Geschwisterlichkeit der Völker und die internationale Solidarität“ (ATIF – Förderation der Arbeiter aus der Türkei in Deutschland) sein.
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