Glosse: Neue Verordnung bei den Sonnenstudios und deren Anwendung in Altona

Hamburg-Altona: Bahnhof Altona | Ihre Haut ist zu blass? Sie wollten sich schon immer wie ein Backfisch fühlen? Dann gebe ich Ihnen einen Tipp: Besuchen Sie die Sonnenstudios in Altona. Spannhaut mit Anti-Aging-Effekt sowie ein feiner aparter Bläschenwurf sind garantiert.

Gesetze, Gesetzesblätter und Verordnungen sind Schriftstücke, mit denen wir täglich konfrontiert sind. Sind Sie eine Privatperson: Herzlichen Glückwunsch! und der Papierkorb ist Ihrer. Sind Sie jedoch ein Unternehmen, wenn nicht sogar ein Sonnenland, so verbannen Sie Ihren Papierkorb in den nächstgrößeren Papierkorb – dem Müllcontainer. Trennen und suchen Sie jedoch zuvor Ihren Müll nach der sogenannten UVSV. „Die Verordnung zum Schutz von schädlichen Wirkungen künstlicher ultravioletter Strahlung“, welche ab sofort in Kraft tritt. Bügeln Sie die UVSV und hängen Sie diese gut sichtbar für alle Sonnenanbeter auf. Dazu eignen sich besonders die Rückseiten von Säulen. Kaufen Sie Sonnenbrillen oder besser gesagt, Schutzbrillen für die Kunden und geben Sie Ihren Teil des Umsatzes an die Druckindustrie für Informationsbroschüren weiter. Auch diese benötigen dringend Aufträge. Nein, ein Wettrennen um diese Aufträge gibt es nicht. Ist auch nicht mehr nötig. Was du gestern kannst besorgen, verschiebe ruhig auf übermorgen. War doch erst der 25. Juli 2011. Der Tag, an dem die Schutzverordnung im Bundesgesetzblatt veröffentlicht wurde.
Also, keine Eile – ist ja schließlich erst Januar 2012 und es sind ja erst ein paar Tage im neuen Jahr vergangen.
Steht in der Schutzverordnung, dass Kunden durch geschultes Fachpersonal beraten werden müssen und ein Dosierungsplan bekommen. Warum Hauttypenbestimmungen durchführen, wenn es auch anders geht. Schließlich ist die Kundenschlange abzufertigen und Kundenkarten müssen verkauft werden.
Ein kleiner Hinweis auf den Namen der Verordnung und die Aufforderung eine Kundenkarte zu kaufen, reichen. Kundendaten sind erfasst, Umsatzsteigerung bei den Kundenkarten und hellhäutige, sommersprossige Kunden brutzeln 15 Minuten unter dem künstlichen Äquator.
Ein Tipp: Noch einfacher ist es, die Sonnenanbeter direkt auf die Sonnenliege zu führen. Spart Zeit – keine Kundendaten – keine Formulare – keine Schutzbrillen und was macht schon ein aparter Bläschenwurf. Und wie war das doch gleich mit dem Thema der Unwissenheit? Schon die Römer wussten: „ignorantia legis non excusat“ - Unwissenheit schützt vor Strafe nicht.

Fasse ich zusammen: Omnia tempus habent – alles hat seine Zeit. Zu Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.
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