Gelebte Kinder und Jugendbeteiligung im JHA Altona?Jugendliche setzen sich für den Erhalt ihres Jugendcafés ein!

Wann? 04.06.2012

Wo? jugendcafé Altona Altstadt, Govertsweg 3, Altona-Altstadt, 22767 Hamburg DE
Auf dem Weg zum Jugendhilfeausschuss
 
Auf dem Weg zum Jugendhilfeausschuss
Hamburg: jugendcafé Altona Altstadt |

Von Raphaela Shorina und Mauricio Wertheim

Am Montag, 4. Juni, tagte der Jugendhilfeausschuss Altona in der Grundschule Arnkielstraße. Unter Punkt 7 der Tagesordnung sollte es um die bevorstehenden Kürzungen in der Offenen Kinder- und Jugendarbeit gehen. Schon zu Beginn der Sitzung machten Vertreter der Elternschule mit großen Schirmen und dem Statement „Lassen Sie die Elternschule nicht im Regen stehen!“ auf sich aufmerksam.

Schon vor einiger Zeit wurde dem Ausschuss vom Jugendamt ein Umsetzungsvorschlag für die Kürzungen in der Offenen Kinder- und Jugendarbeit vorgestellt. Da dies im nicht öffentlichen Teil der Sitzung geschah und das Papier wieder eingesammelt wurde, kann bis heute nicht offen darüber gesprochen werden.

Vor zwei Wochen wurde es dann aber wider Erwarten von unbekannter Quelle in die Öffentlichkeit gebracht und kann von jedem, der will, im Internet eingesehen werden. So auch von Jugendlichen aus dem Juca Altstadt, die dem Jugendhilfeausschuss eindeutig klar machten, was das für sie bedeutet. In dem Umsetzungsvorschlag wird deutlich, dass sowohl das Juca Bahrenfeld als auch das Juca Altstadt geschlossen werden sollen. Auf Plakaten zeigten sie, was das Juca Altstadt für sie in ihrem Alltag ausmacht.

„Ihr nehmt uns unser Zuhause! Erklären Sie uns das, Frau Geng! Warum wird das Juca geschlossen?“, so die Frage von Ayten an die Jugendamtsleitung. Eine klare Antwort blieb diese schuldig. Das Papier sei nicht öffentlich, das öffentliche Diskussionspapier sage nur etwas zur Standortoptimierung und Umsteuerung von Personalressourcen. Dass sich die Jugendlichen damit nicht zufrieden geben wollten, versteht sich.

Der Vorsitzende des Ausschusses, Herr Kuhfuss, ließ noch wenige Statements und Fragen zu, verwies aber darauf, dass ohne vorherige schriftliche Anmeldung keine Fragen an den Ausschuss herangetragen werden können.

„ Wir sind eure Zukunft! Warum spart ihr an uns?“ war die letzte Frage von Murat an die Ausschussmitglieder.

Die Fraktionen stellten klar, dass sie allgemein gegen die Sparvorgaben in der Offenen Kinder- und Jugendarbeit seien und dies auch in der vorherigen Sitzung schon klar zum Ausdruck gebracht haben. Die SPD- Fraktion hingegen hielt sich bedeckt.

Weitere Fragen wurden leider nicht zugelassen. Sich mutig einem politischen Gremium zu stellen und Fragen zum Erhalt einer Einrichtung zu stellen, das schafft nicht jeder. Viele Erwachsene scheuen sich davor, für das einzustehen was ihnen wichtig ist. Die Jugendlichen aus dem Juca Altstadt haben das getan und dafür gebührt ihnen Respekt.

Auch wenn die Fraktionen des Ausschusses sich gegen die Sparmaßnahmen aussprechen, so verwundert es dennoch, dass die Amtsvertreterinnen es nicht schaffen, sich mit der Frustration und Hilflosigkeit der jugendlichen Besucher auseinanderzusetzen, zumal sich die Besucher gleich an die richtige Stelle gewandt haben. Transparenz und offener, sachlicher Diskurs sehen anders aus.

Kurz nach 20 Uhr verließen die etwa 30 Juca-BesucherInnen und Besucherinnen des Mädchentreffs den Ausschuss. Sie haben lange durchgehalten. Sertap überreichte Frau Geng noch etwa 50 Postkarten der Jucabesucher, auf denen sie sich für den Erhalt ihrer Einrichtung einsetzen.
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