„Entertainer und Drillmaster“

Seit einem Jahr Leiter des Heinrich-Schütz-Chors: Hanno Schiefner (27). Das Foto entstand in der Trinitatiskirche. Foto: cvs
Hamburg: Hauptkirche Altona St.Trinitatis |

Will Spaß und Disziplin vermitteln: Hanno Schiefner (27), Leiter des Heinrich-Schütz-Chors

Von Christopher von Savigny. Ein Jahr im neuen Beruf reicht im Normalfall aus, um neue Erkenntnisse zu sammeln. Hanno Schiefner jedenfalls hat bereits wichtige Erfahrungen gemacht: „Es muss Spaß machen, aber man sollte auch darauf achten, das man nicht zu viel durchgehen lässt“, berichtet der 27-Jährige, seit Herbst 2015 Leiter des Heinrich-Schütz-Chores Hamburg (HSC). Sich selbst bezeichnet Schiefner spaßeshalber auch gerne als „Mischung zwischen Entertainer und Drillmaster“ – weil im Umgang mit dem Chor eben beides gleichermaßen gefragt sei. „Man muss konsequent sein, auch gegenüber sich selbst!“
Der 1985 in Nordhessen geborene Schiefner bezeichnet es als „glückliche Fügung“, dass er vor einem Jahr den HSC übernehmen konnte. „Ich war gerade mit dem Kirchenmusikstudium fertig geworden, und gleichzeitig wurde die Stelle frei“, berichtet er. Es war seine erste als Chorleiter – und mit der Vorbereitung auf das unmittelbar bevorstehende Weihnachtskonzert wurde Schiefner praktisch ins kalte Wasser geworfen. Die Feuertaufe bestand der Novize mit Bravour. „Es war ein voller Erfolg, die Kirche war bis auf den letzten Platz besetzt“, erzählt der junge Kirchenmusiker.
Bereits im Kindesalter erhielt Schiefner Klavierunterricht – und entdeckte bald darauf die Orgel als neues Instrument. Es folgten Wettbewerbe bei „Jugend musiziert“ und nach der Schulzeit ein Kirchenmusikstudium in Hamburg. Seit sechs Jahren arbeitet er als Organist an der Trinitatiskirche. Seine gute Verbindungen kommen dem HSC sehr zugute – auch jetzt, beim Jubiläumskonzert, das die frühere Altonaer Hauptkirche als Veranstaltungsort nutzt.
Dass der HSC einen großen Ruf als Oratorienchor hat, findet Schiefner reizvoll. „Diese Tradition möchte ich gerne fortführen“, sagt er. Sein Ziel sei es aber, nicht immer nur auf einzelne Projekte hinzuarbeiten, sondern die individuellen Qualitäten der Sänger zu fördern – durch Stimmbildung zum Beispiel. Dafür nehme er sich Zeit. „So etwas geht nicht von heute auf morgen“, findet Schiefner.
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