Elfjährige Yorkshire-Hündin zweifach überrollt!

"Tod einer Sache"

Am Morgen des 22. Juli, gegen 7.00 Uhr, wurde die elfjährige Yorkshire Hündin Schicki in der Lange Straße vor Hausnummer 11 von dem Fahrzeug eines ortsansässigen Klempnerbetriebes gleich zweifach überrollt. Wie jeden Morgen brach der Rentner Karl – Heinz S. gegen 7.00 Uhr mit seinen beiden Hündinnen Susi (14) und Schicki (11) zur Runde auf. Gewöhnlich ist der Verkehr in der Lange Straße zu dieser Zeit ruhig; zudem ist sie Einbahnstraße und Teil einer Dreißigerzone!
Zuerst querte die Terriermix-Hündin Susi die Straße – als Schicki und der Hundehalter folgen wollten, kam das Klempnerfahrzeug herangefahren.

Der Fahrer hatte offenbar weder die vorausgeeilte, mittelgroße Hündin Susi noch die elfjährige Schicki und auch nicht den rund 1.70m großen Rentner nebst dessen erhobener Hand angemessen wahrgenommen und überrollte die Yorkshire-Dame mit dem rechten Vorderreifen. Auch die anschließenden verzweifelten Rufe und Schreie des Hundehalters wusste der Fahrer offenbar nicht zu deuten, setzte zurück und überrollte die noch lebende Hündin ein zweites Mal unter den Augen des Halters.

Nachbarn eilten zur Hilfe, in der Hoffnung, Schicki noch helfen zu können: Doch es war zu spät! Sie atmete noch wenige Minuten, bevor der Tod sie von den unvorstellbaren Qualen erlöste. Der gesundheitlich ohnehin schwer angeschlagene Rentner stand unter Schock und zitterte mit der verbliebenen Hündin Susi um die Wette. Einen Rettungswagen lehnte er jedoch ab.

Dem Fahrer des Monteurs-Fahrzeugs ging es augenscheinlich nicht viel besser. Er mag die für die Wohnstraße zulässige Höchstgeschwindigkeit von 30 Stundenkilometer eingehalten haben- wird aber in sich gehen und prüfen müssen, wie es möglich war, dass ein vorausgeeilter mittelgroßer Hund, ein weiterer kleinerer Hund samt Herrchen nicht Anlass genug waren, das Tempo zu drosseln und zu halten. Es hieß, die Sonne habe ihn geblendet. War dem so, wäre er in der beidseitig beparkten Straße im Blindflug unterwegs gewesen.

Rechtlich braucht er nichts zu fürchten, denn Hunde gelten, Dank der menschlichen Arroganz, als Sache. Wer Schicki sterben sah, kommt um die Feststellung nicht herum, dass die Regelung, Tiere als Sache zu begreifen, ein unerträglicher Anachronismus ist. Sachen können weder lieben noch leiden noch sterben! Schicki konnte das, sie hatte keine heile Rippe mehr im Leib, als das Leben für immer aus ihren braunen Knopfaugen wich.

Der Gedanke, den geschundenen Leib der Hündin in die Tierkörperbeseitigung zu geben, war Karl-Heinz S. zu viel. Die Einäscherung und Rückführung in einer Urne kostet knapp 300 Euro _ das belastet einen schmalen Geldbeutel erheblich, und weil der Hund als Sache gilt, kann der Rentner nicht einmal auf automatische Schadensregulierung hoffen. Er müsste den Kostenersatz für ein würdiges Ende seines Hundes auf zivilrechtlichen Wege einklagen. Immerhin. Auf Ansprache sagte der Fahrer des Unfallfahrzeugs zu, sich der Kostenfrage anzunehmen und sich baldmöglichst telefonisch bei Schickis Herrchen zu melden. Ob dem Versprechen auch Taten folgen, bleibt abzuwarten. Bisher ist der Anruf ausgeblieben. Ob dahinter der Versuch steckt, sich um die Zusage zu drücken, muss die Zeit zeigen. Fortsetzung folgt.
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