Die Rückkehr eines Jahrhunderte alten Sandsteinlöwen.

Das Altonaer Museum freut sich über die zwei Abgüsse des Original-Sandsteinlöwen (Im Bild: Prof. Dr. Torkild Hinrichsen).
Hamburg: Königstraße | Es war schon eine Sensation: Am 11. Juni kehrte die 1736 geschaffene Brunnenfigur eines Sandsteinlöwen nach langer Abwesenheit restauriert wieder zum jüdischen Friedhof an der Königstraße in Hamburg-Altona zurück und sorgte für einen besonderen Moment.
Das Altonaer Museum, das seit dem 2. Weltkrieg die Original Löwenfigur als Zeugnis der Stadtgeschichte sicher aufbewahrte, übergab sie an diesem Tag im Eduard Dukesz-Haus wieder ihren rechtmäßigen Besitzer, der jüdischen Gemeinde Hamburg. Es gab dort aber noch mehr Überraschungen. Dank der Hilfe der Stiftung Denkmalpflege Hamburg und des Denkmalschutzamtes Hamburg konnten drei Abgüsse vom Original angefertigt werden. Zwei Abgüsse erhält das Altonaer Museum, und ein Abguss steht bereits auf einem Brunnen am originalen Standort, beim ehemaligen Eingang zum sephardischen Teil des Friedhofs.
Das wertvolle Original an diesem Platz wieder aufzustellen und der Witterung auszusetzen wäre undenkbar, man würde sozusagen der folgenden Zerstörung ins Auge blicken.
Restauratorin Regina Schwarzburg, die jeden Stein auf dem jüdischen Friedhof kennt, vollbrachte eine wahre Meisterleistung: Die Abgüsse sind vom Original kaum zu unterscheiden. Eine der beiden Kopien, die das Altonaer Museum erhält, zeigt den Löwen in seinem jetzigen Zustand. Um so nah wie möglich an das Original heranzukommen, wurde detailliert auf jede Kleinigkeit sowie auf jede kleinste Bruch-oder Abstoßstelle geachtet. Um zu zeigen, wie prachtvoll die ursprüngliche Farbe ausgesehen hatte, die verloren gegangen ist, nachdem sie jahrhundertelang der Witterung ausgesetzt war, wurde die zweite Kopie vergoldet und wieder farbig gefasst. So ist auch die hebräische Inschrift auf der Skulptur, in Gold auf blauem Hintergrund, sehr schön anzusehen. Sie weist auf die Stifter des Brunnens hin: „Dieses ist die Schenkung der heiligen Brüderschaft der Bestatter der Wohltätigkeit im Jahr, verschwinden lasse den Tod für immer.“ Farbspuren, die auf der Originalfigur gefunden werden konnten, dienten als Anhaltspunkte für die Farbgebung. Auch der Brunnen, auf dem der Sandsteinlöwe steht, wurde mit Hilfe der Stiftung Denkmalpflege Hamburg restauriert. Er diente rituellen Waschungen. Bevor der Friedhof verlassen wurde, musste sich jeder dort nach Vorschrift die Hände waschen.
Es lohnt sich also, den jüdischen Friedhof, der im Jahre 1611 angelegt wurde, zu besuchen – nicht nur wegen des Sandsteinlöwen, der natürlich absolut sehenswert ist. Es gibt dort noch viel mehr zu sehen und zu entdecken, was sehr beeindruckend ist und die jüdische Vergangenheit in Altona wieder lebendig werden lässt.

Die Öffnungszeiten

April – September

Dienstag, Donnerstag 15 – 18 Uhr
Sonntag 14- 17 Uhr

Oktober – März

Dienstag, Donnerstag, Sonntag 14 – 17 Uhr

außer an jüdischen Feiertagen
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.