Die ganz besonderen Kirchensänger vom Kiez

Ein bunter Haufen: Der Chor der Friedenskirche feiert 15-jähriges Bestehen. Foto: pr
Hamburg: Friedenskirche Altona |

Chor der Friedenskirche wird 15 Jahre alt

Von Christopher von Savigny. Selbst der Chorleiter staunt heute noch: „Keiner hat damals geglaubt, dass ein kirchlicher Chor an diesem Ort Erfolg
haben könnte“, sagt Fernando Gabriel Swiech (38), seit Herbst 2001 Leiter des Chors der Friedenskirche in der Otzenstraße. In diesen Tagen feiert das Ensemble sein 15-jähriges Bestehen. Kirchenmusik unweit von Hamburgs Vergnügungsmeile, der Reeperbahn: Anfangs ein kleines Grüppchen von gerade mal 20 Mitsängern, ist das Ensemble mit der Zeit zu einem 70-köpfigen Chor herangewachsen. „Es war eine harte Zeit“, sagt Swiech über seine Anfangsjahre. „Aber es hat sich gelohnt, dran zu bleiben.“

Swiech: „Ich bin ins kalte Wasser gesprungen“

Ursprünglich stammt Swiech aus Brasilien. Nach seiner Schulzeit wanderte er aus, studierte Kirchenmusik in Hamburg und Hannover. „Gerade für Orgel- und Kirchenmusik gibt es kaum bessere Länder als Deutschland oder Frankreich“, sagt Swiech. Mit gerade mal 23 Jahren übernahm der junge Kirchenmusiker den Chor der Friedenskirche, der sich zu dem Zeitpunkt praktisch aufgelöst hatte. „Ich bin ins kalte Wasser gesprungen“, erinnert er sich. „Aber dass es einfach wird, habe ich sowieso nicht erwartet.“
Zu Beginn seiner neuen Kantorentätigkeit musste Swiech praktisch bei Null beginnen: Kaum eines der Chormitglieder verfügte über sängerische Erfahrung – von Notenkenntnissen ganz zu schweigen. „Es dauerte vier Jahre, bis wir unser erstes richtiges Konzert aufführen konnten“, berichtet Swiech. Höhepunkt der noch jungen Chorgeschichte war eine zweiwöchige Reise nach Brasilien, wo der Chor zusammen mit dem Kammerorchester St. Pauli – ebenfalls ein Projekt Swiechs – insgesamt fünfmal das Deutsche Requiem von Johannes Brahms aufführte. „Das hat die Gruppe richtig zusammengeschweißt“, erinnert sich der Leiter.
Die Altersspanne im Chor reicht von Mitte 20 bis Anfang 60, die meisten von ihnen kommen aus St. Pauli, Altona und Eimsbüttel. Durchschnittlich drei Konzerte gibt das Ensemble pro Jahr. Aktuell hat Swiech schon wieder eine neue Einladung für eine Konzertreise bekommen – aus Japan. „Das wäre natürlich großartig“, sagt er. Allerdings seien Kosten und
Organisation noch längst nicht geklärt.
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