Anton, ein liebenswerter Straßenmusiker

Anton, mit Leib und Seele Straßenmusiker.
Hamburg: Fischmarkt | Anton, der aus Bulgarien stammende Straßenmusiker, begrüßt jeden Sonntagmorgen Fischmarktbesucher, die die Unterführung der Breite Straße benutzen, mit einem freundlichen Lächeln und den schönsten Klängen aus seinem Guerrini-Akkordeon.
Der seit sieben Jahre in Deutschland lebende Straßenmusiker spielt dort sehr gern, weil die Akustik in der Unterführung für etwas Nachhall sorgt. Ohne eine Wiederholung einlegen zu müssen, kann er locker mehr als 200 Musikstücke spielen, von Tango oder den Ententanz bis hin zu berühmten Filmmusiktiteln, wie zum Beispiel von Nino Rota "Der Pate". Sein Repertoire ist umfangreich, und für jeden Musikgeschmack aller Altersklassen ist etwas dabei. Oft kommt es vor, dass sich Pärchen, die sich noch in gut angeheiterter Laune vom Vorabend befinden, ein Tänzchen vor ihm wagen. Aber es gibt auch Passanten, die den Mut haben – wenn auch nicht immer ganz textsicher – zu seiner Musik mitzusingen.
Kinder bekommen große Augen, wenn sie den Mann mit seinem Akkordeon beobachten, sie sind fasziniert von seinem Akkordeonspiel. Seine Ohrwürmer bleiben oft haften, und auf den Heimweg zwingen sie einem manchmal zum Nachsummen und Nachdenken, von wem das bekannte Stück wohl war, was Anton gerade gespielt hatte. Anton (66) war nicht immer ein Straßenmusiker, dreißig Jahre spielte er zusammen mit einer Gruppe in Bulgarien. Hier in Hamburg spielt er nun öfters allein auf Wochenmärkten und hin und wieder auch auf Geburtstagen und Hochzeiten. Seit drei Jahren ist sonntags sein Stammplatz die Unterführung der Breite Straße, und von dort ist er kaum noch wegzudenken.
Bei vorbeigehenden Fischmarktbesuchern nachgefragt, wie sie Anton finden, gab es viele positive Reaktionen: „Anton ist aufgeschlossen und viele Leute kennen ihn. Er ist ein echtes Original und gehört zum Fischmarkt. Wenn er dort nicht mehr spielen würde, wäre der Fischmarkt um ein Kulturgut ärmer. Ich kenne seine Musik und er spielt wunderbar, besser als manch andere Straßenmusiker.“
Sobald die Lautsprecherdurchsage ertönt, dass der Fischmarkt um 9.30 Uhr geschlossen werden muss und die Kirchenglocken der Hauptkirche Altona St. Trinitatis den Sonntag einläuten, ist auch für Anton Schluss, bis zum nächsten Sonntag, dann wird er wieder an seinem Stammplatz zu hören und zu sehen sein, der Straßenmusiker mit Leib und Seele.
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