Ampel statt Hund

Der Blechschaden ist erheblich
Heute Morgen, gegen 4:30 Uhr war ein 47-jähriger Taxifahrer (Name ungenannt) auf dem Weg zu einem letzten Kunden. Er fuhr auf der Elbchaussee, als plötzlich ein Hund die vierspurige Fahrbahn querte. Aus einem Reflex heraus wich der Tierfreund aus und stieg in die Bremse. Der verschreckte Hund verschwand unversehrt in Richtung Park, der Taxifahrer hatte weniger Glück. Sein Fahrzeug geriet auf eine Mittelinsel, walzte ein Verkehrsschild nieder und krachte frontal in die Fußgängerampel. Der Schaden am Fahrzeug ist erheblich, und obwohl alle Airbags zündeten, erlitt der Fahrer offenbar einen Bruch im Bereich des Knies. Laut dem behandelnden Arzt steht dem Tierfreund mit hoher Wahrscheinlichkeit eine Operation an der Kniescheibe sowie ein mindestens einwöchiger Aufenthalt im Krankenhaus bevor.

Möglicherweise zeigt dieser Unfall die Grenzen der Sinnigkeit von Sicherheitseinrichtungen auf, denn der Fahrer hegt den vagen Verdacht, dass die Abdeckung eines Airbags im unteren Bereich des Armaturenbrettes die Knieverletzung verursachte. Bevor der Airbag sich entfalten kann, beseitigt dessen explosionsartige Expansion die Abdeckungen; ein Vorgang, der nur den Bruchteil einer Sekunde beansprucht, dafür aber möglicherweise mehr Freiraum benötigte, als verfügbar war. Sicher war sich der Fahrer allerdings nicht. Der Schock war einfach zu groß. Selbst später, im Krankenhaus, war er nicht eigenständig in der Lage war, die persönlichen Daten in einen Bogen einzutragen. Die Frage, ob er angesichts der Folgen in vergleichbarer Situation wieder so reagieren würde, wusste er nicht schlüssig zu beantworten. Die Frage habe sich eigentlich nicht gestellt. Es ging alles furchtbar schnell! Für eine bewusste Entscheidungen blieb keine Zeit, schließlich habe er die Ampel nicht absichtlich gerammt! Zu dem Hund sagte er: Tiere kennen die Gefahren nicht; deshalb müssen die Halter für sie mitdenken und sie so gut als möglich erziehen. Allerdings könnte es ein entlaufender Hund gewesen sein, denn von einem möglichen Halter war weit und breit nichts zu sehen. Die Stadt reagierte vorbildlich und sorgte in weniger als vier Stunden für die eine neue Ampel.
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