Abriss der Häuser Gademannstraße, Amundsenstraße und Kirchenstraße

Wann? 18.01.2012

Wo? Bäckerei Kirchner Altona, Amundsenstraße, Altona-Altstadt, 22767 Hamburg DE
Hamburg: Bäckerei Kirchner Altona | Das Renovieren der Häuser Gademannstraße, Amundsenstraße und Kirchenstraße habe sich nicht gelohnt, so die Auskunft eines Vorarbeiters, es kommt billiger die Häuser niederzureißen und wieder neu aufzubauen. Für mich als Laien sahen die Gebäude, die erst in den 60zigern gebaut wurden, optisch noch sehr gut aus, aber Schadstoffe sollen den Erhalt der Häuser nicht mehr möglich machen.

Ich bin in der Amundsenstraße aufgewachsen und die Gebäude haben mich mein Leben lang begleitet, da ich fast täglich dort vorbeigegangen bin. Eine lange Zeit lag es daran, dass es dort damals die Bäckerei Kirchner gab, die den leckersten Kuchen gebacken hatten. Besonders der Apfelkuchen hatte es mir angetan. Das Brot und die Brötchen kamen morgens, duftend und noch warm aus der daneben gelegenen Backstube. Alles war noch selbst gebacken. Ich erinnere mich noch daran, als ich dort als kleiner Steppke mit anderen Kindern zusammen vor den Süßigkeiten Schlange gestanden habe und als Schuljunge habe ich mir dort für die Pause eine Tüte Restekuchen für 10 Pfennige gekauft. Bekannte von mir, die zum Teil heute noch in der Umgebung wohnen, haben dort ihre Ausbildung als Bäckereiverkäuferin machen können und andere hatten dort einen Job.

In den 80zigern hatte die Bäckerei leider aufgehört und neue Besitzer versuchten, aus meiner Sicht, mit etwas weniger Mühe den Laden aufrecht zu erhalten, was nicht funktionierte. So wechselten sich eine Zeitlang die Besitzer, bis aus der Ladenfläche ein Stehkaffee wurde und aus der Backstube eine türkische Fladenbrot-Bäckerei. Beides konnte sich bis zum Schluss halten.

In der Ladenfläche Gademannstraße gab es damals einen etwas moderneren Tante-Emma-Laden „Börries“. Hier gab es Lebensmittel und weitere Artikel des täglichen Bedarfs, so wie auch Rabattmarken, die man an der Kasse, nach dem Bezahlen erhielt. Hin und wieder trug ich für Herr Börries seine Werbung aus, um mir als Junge ein paar Mark zu verdienen.

Von den großen Lebensmittelläden verdrängt, musste leider auch dieses Original schließen.

Später wurde aus der Ladenfläche eine Wäscherei, die auch ihren persönlichen Charme hatte und hielt sich auch bis zum Schluss.

Wehmütig blicke ich zurück und erinnere mich an einige Freunde und Schulkameraden die in den Häusern wohnten.

Stück für Stück arbeitet sich der Abrisskran weiter voran und merke wie die Zeit nicht stehen bleibt und an mir vorbei zieht. Das Leben Veränderung heißt. Bald wird von den Häusern nichts mehr zu sehen sein und ein neues Wohnhaus wird dort stehen.
 auf anderen WebseitenSenden
15 Kommentare
84
anna elbe aus Altona | 21.01.2012 | 19:56  
1.218
Michael Borkowski aus Altona | 23.01.2012 | 16:05  
6
Hartmut Beu aus Eimsbüttel | 12.02.2012 | 07:01  
1.218
Michael Borkowski aus Altona | 21.03.2012 | 19:18  
9
Petra Flierbaum aus Altona | 14.04.2012 | 15:51  
7
Karl-Heinz Graf aus Altona | 12.06.2012 | 20:57  
6
Uwe Meyer aus Altona | 07.02.2013 | 19:20  
7
Ursula Wulff aus Altona | 13.02.2013 | 20:51  
1.218
Michael Borkowski aus Altona | 14.02.2013 | 09:14  
6
Hartmut Beu aus Eimsbüttel | 17.02.2013 | 06:36  
7
Ursula Wulff aus Altona | 17.02.2013 | 23:39  
9
Petra Flierbaum aus Altona | 28.04.2013 | 12:41  
9
Petra Flierbaum aus Altona | 28.04.2013 | 17:07  
1.218
Michael Borkowski aus Altona | 28.04.2013 | 20:27  
6
Holger Haase aus Altona | 17.12.2013 | 22:43  
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.