Hommage an einen Baum

Künstlerin Christa Lammers und ihr Baum, dem sie ein Gedicht gewidmet hat.
Hamburg: Kirchenstraße | Ein Gedicht von Christa Lammers (Rentnerin). Sie schreibt schon seit Ewigkeiten Gedichte und ist auch eine Künstlerin, die weiß, wie man mit Farbe und Pinsel umzugehen hat. Ihre Gemälde sind zur Zeit bis zum 27.10. 2012, täglich von 9-19 Uhr in der Hauptkirche Altona St. Trinitatis zu bestaunen (Land + SeeHgang).








Hommage an einen Baum


Wäre ich ein Baum, dann wäre ich größer,
wäre ich stärker, würde ich älter werden,
wie es mir bestimmt ist.
Möchte ich ein Baum sein, ich denke nicht!


Ein Baum entsteht durch einen Samen,
wird ein Keimling.
Der Keimling bekommt Triebe gedeiht
wenn er Glück hat zu einem Bäumchen,
wenn es noch mehr Glück hat
wächst ihm ein kräftiger Stamm.


Dieser Stamm, wenn er gesund bleibt,
strebt in die Lüfte.
Ihn schmückt eine herrliche Krone.
Nun hat er seine Vollkommenheit.


Er kann wenn der Wind weht, singen
sein ewiges Lied bis ins hohe Alter.
Er wird immer müde davon.
Er lebt davon und mit ihm.
Er wiegt sich und singt
und wiegt sich und singt.


Während er singt und sich biegt
erzählt er traurige, lustige, schöne Geschichten.
Viele Geschichten kennt er und hat alle erlebt.
Er ist uralt dabei geworden
und in jedem Jahr verjüngt er sich
durch ein noch schöneres, größeres Prachtkleid.
Zudem ist er auch noch fester verwurzelt.


Manchmal möchte ich doch ein Baum sein.
Nicht, weil ich jedes Jahr größer, schöner
und uralt werden will.
Ich möchte manchmal ein Baum sein,
weil ich dann auch stark
und fest verwurzelt sein würde.
Statt dessen bin ich schwach und schwankend.


Und nur ein Mensch.


Christa Lammers
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