Wenn das Web zur Hölle wird

Die Darsteller, Filmemacher und Kooperationspartner freuten sich über den Erfolg der Premiere von „Mobbing 2.0“ im Jugend- und Kommunikationszentrum Schenefeld (JUKS). Foto: Thorsten Bernd
Schenefeld: JUKS |

Jugendliche drehten Film über „Mobbing 2.0“ im Internet: Applaus für Premiere im JUKS

von Oliver Jensen

Eigentlich kommt Alex (Maximilian Nadler) gut mit seiner Clique zurecht, er ist sogar mit der coolen und hippen Michelle (Madeleine Krisch) zusammen. Doch alles ändert sich, als Alex eines Tages seine Freundin versetzt, um sich mit einer neuen, hübschen Mitschülerin Ella (Janina Goettert) zu treffen. Er wird dabei fotografiert – und mit dem Foto von einer Jugendgang erpresst. – „Mobbing 2.0 – außer Kontrolle“ heißt der Film, der die Geschichte brutalen Mobbings schildert. Der Aufklärungsfilm will Mut machen und Wege aus der Isolation und dem Hass aufzeigen.
Der 30-minütige Streifen feierte im JUKS Premiere – und bekam viel Beifall. Der Film schildert die Brutalität des Cyber-Mobbings. So demütigt die Jugendband Alex, sie veröffentlicht erniedrigende Videos im Internet. Aus Scham traut sich das Opfer schon bald nicht mehr, zur Schule zu gehen.
Der von Jugendlichen gedrehte Film wurde von der Produktionsfirma Triangel produziert und mit der finanziellen Unterstützung der Stiftung Sparkasse Südholstein realisiert. Kooperationspartner waren zudem das JUKS und der „Kreisjugendring Pinneberg e.V.“. Regisseur Christof Rupprecht besetzte die Rollen mit Laiendarstellern – auch aus Schenefeld. „Wir haben gemeinsam über Internetmobbing gesprochen und Ideen gesammelt, wie sich das Thema darstellen lässt. Aus den vielen Vorschlägen der Darsteller habe ich dann ein Script entwickelt”, erklärt der Filmemacher.
Zu den Darstellern zählte unter anderem Mazlum Kocintar, der zum ersten Mal vor einer Filmkamera stand. „Es hat Spaß gemacht und ich möchte das zukünftig öfter machen. Erst einmal als Hobby, später vielleicht auch beruflich”, sagte der 16-Jährige. Doch so spaßig die 15-tägigen Dreharbeiten waren, so ernst ist das Thema. „Ich selber habe noch keine Erfahrung mit Internetmobbing gemacht. Aber ich habe mich informiert und weiß, dass viele Jugendliche darunter zu leiden haben”, sagt Mazlum.
Der Film soll dazu beitragen, dass Opfer zukünftig Internetmobbing zur Anzeige bringen, betont auch Peter Heinz, Leiter der Bildungsgruppe Jugend der Kriminalpolizei Pinneberg. Der Mut zur Anzeige bei der Polizei lohnt sich: Rund 80 Prozent der Fälle werden aufgeklärt.
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