Wachsen auf der grünen Wiese?

Rund 350 Bürger waren zur Einwohnerversammlung in das „Forum Schenefeld“ gekommen. Foto: rs
Schenefeld: Schenefeld |

Einwohnerversammlung: Erbitterter Streit um einen Flächennutzungsplan für Schenefeld

von Reinhard Schwarz

Weiter Zoff um den noch zu erstellenden Flächennutzungsplan für Schenefeld: Während der Einwohnerversammlung am Mittwoch zogen Kritiker im „Forum“ gegen eine Bebauung der letzten verbliebenen Grünflächen zu Felde. Vertreter der Initiative „Wohnqualität im Grünen“ unterstellten Bürgermeisterin Christiane Küchenhof (SPD), dass im Grunde schon eine Vorentscheidung gefallen sei. Christiane Küchenhof verwahrte sich gegen diesen Vorwurf: „Es ist nichts entschieden, es ist nichts abgesprochen, wir sind ganz am Anfang der Diskussion.“
Besonders ein Gutachten der Landschaftsarchitektin Ursula Zumholz reizte die Gegner jeder weiteren Bebauung Schenefelds. In einem langatmigen Vortrag bewertete sie die unterschiedlichen Flächen und kam zu dem Ergebnis, dass von rund 60 Hektar etwa die Hälfte bebaut werden könnte. Die andere Hälfte sei schützenswert, weil hier seltene und gefährdete Tierarten wie die Breitflügel-fledermaus oder der Kiebitz leben. Zur Bebauung in Frage kämen Gebiete am Holtkamp, an der Blankeneser Chaussee, am Gremsbargen oder am Kameruner Weg.
Mitglieder der Initiative „Wohnqualität“ schossen sich auf die Gutachterin ein und bezweifelten deren Kompetenz, da ihr einmal der Name einer Straße (Aneken) nicht einfiel: „Kann es sein, dass Sie Schenefeld bei Itzehoe meinen?“ Ein Bürger stellte die Frage: „Will die Stadt qualitativ weiter wachsen oder will sie in die Fläche wachsen?“ – Ein anderer Kritiker wollte von der Bürgermeis-terin wissen: „Welches Ziel verfolgen Sie mit einer Erhöhung der Einwohnerzahl?“ Die Verwaltungschefin verweigerte eine Antwort und erklärte: „Ich könnte Ihnen meine Meinung geben, aber das ist nicht meine Aufgabe. Es handelt sich um einen politischen Entscheidungsprozess.“ Die Entscheidung werde in den zuständigen Ausschüssen gefällt.
Grünen-Politiker Mathias Schmitz plädierte für die Erarbeitung eines „Leitbilds“ vor der Erstellung eines Flächennutzungsplans und forderte ein „Ende der Zersiedelung“ der Düpenaustadt. Abschließend verabschiedete die Einwohnerversammlung mit großer Mehrheit eine Resolution in der „der Erhalt der letzten Grün- und Landschaftsschutzflächen“ gefordert wird.
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