VHH schluckt die PVG: Unruhe bei Busfahrern

Das neue VHH-Logo präsentieren Christine Krüger, PVG-Busfahrerin vom Betriebshof Schenefeld, VHH-Vorstand Dr. Thomas Becker (M.), und VHH-Busfahrer Kolja Niemeyer von der Betriebsstelle Lauenburg. Foto: pr
Schenefeld: PVG-Standort Schenefeld |

Für Fahrgäste ändert sich nichts, aber Busfahrer mit neuen Tarifen

René Dan, Schenefeld/Hamburg-West
Das war von langer Hand geplant, jetzt wird’s offiziell: Die Pinneberger Verkehrsgesellschaft mbH (PVG) wird von der Verkehrsbetriebe Hamburg-Holstein AG (VHH) geschluckt. Ab 1. Dezember gibt es aufgrund dieser Fusion nur noch die VHH. „Für die Fahrgäste ändert sich nichts“, betont Kay Goetze, Pressesprecher der jetzt noch bestehenden VHH-PVG Unternehmensgruppe, zu der die PVG seit 2006 als Tochterunternehmen gehört. Seit dem Jahr 2000 kooperieren beide Unternehmen, die in öffentlicher Hand sind, eng miteinander.
Durch den baldigen Zusammenschluss, so Kay Goetze, „wird die Produktqualität weiter verbessert“, Wünsche der Fahrgäste sollen noch besser erfüllt werden. Wilfried Krahl dagegen, Betriebsratsvorsitzender des Schenefelder Busbetriebshofes, sieht den Zusammenschluss „zwiegespalten“. „Ein Stück Geschichte geht verloren“, so der langjährige PVG-Mitarbeiter mit Blick auf die Pinneberger Verkehrsgesellschaft, deren Vorgänger die 1925 gegründete August Reimers KG war.
Vor allem aber betont ver.di-Gewerkschafter Krahl: „Vieles ändert sich in der Lohnstruktur.“ Und so gab es bei den Busfahrern insbesondere zu Beginn des Fusionsprozesses „Unruhe“. Kein Wunder: Wenn die VHH-Tarifstruktur unverändert übernommen worden wäre, hätte sich für 70 Prozent der PVG-Busfahrer die Gehaltssituation verschlechtert, so der Betriebsratschef von 390 Schenefelder Omnibusfahrern. „Um einen gewissen Ausgleich zu schaffen, wurde ein Überleitungstarifvertrag ausgehandelt.“
Gleichwohl werden frühere PVG-Beschäftigte wohl etwas weniger Geld in die Lohntüte haben: Bei der VHH schieben Busfahrer weniger Überstunden, weiß der Betriebsratschef. Andererseits können sich gerade die nach 1989 eingestellten PVG-Busfahrer auch freuen: Sie bekommen jetzt ebenfalls Geld vom Arbeitgeber für eine Betriebsrente.
Wie Kay Goetze betont auch Wilfried Krahl, dass sich für Fahrgäste nichts ändern wird. Mit einer Ausnahme: Ab 1. Dezember prankt ein neues Logo auf den Fensterscheiben der Busse zwischen Schenefeld und Lauenburg. Auf dem Logo ist nur noch „VHH“ zu lesen, doch die Grafik erinnert durch „Dach“ und breitem Punkt stark ans PVG-Design.
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