Trotz Umfrage: Weiter Friedhofs-Streit

Bürgermeisterin Christiane Küchenhof und Rathausmitarbeiter Torben Kusewehr leeren die Wahlurne. Foto: tp
Schenefeld: Rathaus Schenefeld |

Von 477 Bürgern wollen 62,5 Prozent Ruhestätte in Schenefeld

Thomas Pöhlsen, Schenefeld
Bekommt Schenefeld einen Friedhof? Nach einer Umfrage der Stadt, die parallel zur Landtagswahl erhoben wurde, wollen 62,5 Prozent der Befragten diese gemeindliche Einrichtung. 37,5 Prozent lehnen dies ab. An der Umfrage beteiligten sich knapp 500 Bürger.
Der Hauptausschuss hatte die Stadtverwaltung mit dieser Umfrage beauftragt. Rathausmitarbeiter Moya Beusen und Torben Kusewehr fragten die Bürger nach der Stimmabgabe nach ihrer Meinung. Dazu waren sie an unterschiedlichen Zeiten bei verschiedenen Wahllokalen. Zwar hatten nur 6.822 Schenefelder bei der Schleswig-Holstein-Wahl mit gestimmt. Das sind 46,96 Prozent der Wahlberechtigten. Und bei der Friedhofs-Umfrage machten insgesamt 477 Bürger mit. Das sind rund sieben Prozent der Schenefelder, die an die Urne gegangen waren. Bürgermeisterin Christiane Küchenhof (SPD) erklärte jedoch, dass ab einer Beteiligung von fünf Prozent das Ergebnis als repräsentativ zu gelten hat.
Mathias Schmitz, Vorsitzender der Grünen, kritisiert die Befragung, da sie „auf der Grundlage einer minimalen Menge an befragten Personen“ basiere. Somit sei die Umfrage „mal wieder eine verpasste Chance, die Bürger mitzunehmen und eine tragfähige Aussage zu erhalten, was die Bürger Schenefelds denn wirklich wollen“.
Die FDP-Fraktionsvorsitzende Karin Förster bringt das Thema Friedhof in einen Zwiespalt: „Persönlich bin ich für einen Friedhof, obwohl dies wirtschaftlich wohl nicht tragbar ist.“ Die finanziell klamme Stadt müsste hohe Investitionskosten stemmen, und kostendeckend wäre der Betrieb der Anlage auch nicht.
Das haben die Sozialdemokraten im Auge. „Wir sind für ein Columbarium“, so der SPD-Fraktionsvorsitzende Niels Wieruch. Dies ist eine Säule, in der bis zu 96 Urnen eingelassen werden können. Es gäbe eine Grabplatte und die Möglichkeit Blumen aufzustellen. „Für 70.000 Euro wäre ein Columbarium zu machen“, erklärt Wieruch. Die Genossen haben schon eine Fläche im Blick, die der Gemeinde gehört. Es müsste also nicht erst ein Grundstück wie bei einem Friedhof gekauft werden.
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