„Timm-Kröger-Terrassen“: Anwohnerin mit Gegenentwurf

Anwohnerin und Diplom-Ingenieurin Christine Bahruth (M.) überraschte Anwohner und Verwaltung mit einem detailliert ausgearbeiteten Architektenentwurf zum Bebauungsplan Nr. 78 „westlich Timm-Kröger-Straße“. Foto: frh
Schenefeld: Schenefeld |

Architektin Christine Bahruth will Ringlösung mit Erschließung über Altonaer Chaussee

von Frauke Heiderhoff
Spannung der besonderen Art bot sich Bürgern und Politikern vergangene Woche im Rathaus: Der Bebauungsplan 78 „westlich Timm-Kröger-Straße“ stand im Zentrum der Sitzung des Ausschusses für Stadtplanung und Umwelt. Mit Grundideen des Planungsentwurfs von Verwaltungsmitarbeiter Günter Leimert konnten sich einige Anwohner zunächst „anfreunden“. Denn der Stadtplaner nimmt Anwohner-Sorgen ernst: Leimert befürwortet eine Erschließung über die Altonaer Chaussee. Er möchte „autofreie Verkehrsflächen“ einrichten.
Ganz anders die Pläne von Investor Jens Förster: In seinem „auf Basis von Leimerts Plänen fortentwickelten“ Entwurf sieht er die Erschließung über die Wohnstraßen vor. Die Überzeugung des Investors und FDP-Mitglieds: Die Bewohner möchten „gerne an ihr Haus heranfahren“. Doch einige Bürger kommentierten den Punkt „Erschließung über die Wohnstraßen“ mit Buhrufen. „Wenn ich nicht nachmittags zu Hause bin, habe ich keine Chance, hier einen Parkplatz zu finden“, so eine Anwohnerin der Timm-Kröger-Straße. Sollten die Investorenpläne realisiert werden, müsse sie das Wohngebiet verlassen. Ähnliche Bedenken äußerten weitere Betroffene rund um Fritz-Reuter-Platz, Schäferkamp und Gorch-Fock-Straße.
Spannend wurde es, als gegen Ende der Sitzung die Diplom-
Ingenieurin und Anwohnerin
Christine Bahruth einen auf Basis von Leimerts Plänen ausgearbeiteten Lösungsvorschlag unterbreitete. Der detailliert ausgearbeitete Entwurf trug der Kernforderung der Anwohner Rechnung: eine ausschließliche Erschließung über die Altonaer Chaussee. Christine Bahruths Lösung: ein durch das Gebiet führender befahrbarer Ring. Die bereits bestehende Straße am Aldi-Markt soll durch das Wohnviertel geführt werden. „Unser Plan sieht keinerlei Zufahrten über angrenzende Wohnstraßen vor“, betonte die Ingenieurin. Eine zusätzliche Belastung für umliegende Wohngebiete könne so vermieden werden.
Bürgermeisterin Christiane Küchenhof freute sich über den Entwurf. Die Verwaltung beabsichtigt nun, den Vorschlag zu prüfen. Mehr Informationen gibt es bei der nächsten Sitzung des Ausschusses für Stadtentwick-lung und Umwelt, die für den 3. November geplant ist.

Gebiet mit fast 90 Wohnungen geplant
Nach dem Bebauungsentwurf 78 soll das Wohngebiet Timm-Kröger-Terrassen entstehen. Das Gebiet weist eine Fläche von 13.280 Quadratmetern auf, geplant sind etwa 86 Wohneinheiten. Entstehen sollen sowohl barrierefreie Wohnkomplexe als auch familienfreundliche Reihenhäuser. Noch uneinig sind sich die Beteiligten, wie viele Häuser ein- beziehungsweise zweigeschossig errichtet werden sollen. FRH
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