Suchthilfe macht „bärenstark“

Sie freuen sich, wenn Menschen mehr über Sucht wissen wollen oder Betroffene Hilfe suchen: Glücksspielexperte und Sozialpädagoge Martin Witte, Diplom-Psychologin Birgit Knuschke, Leiterin der Suchtberatung, Verwaltungskraft Karin Hinz und der Sozialpädagoge Torben Richter (v. r.), Experte für Suchtvorbeugung an Schulen.
Schenefeld: Schenefeld | Seit fast 20 Jahren bietet die Suchtberatungsstelle Schenefeld der AWO ein umfangreiches Spektrum an Informationen und Hilfen in der Düpe-naustadt. Jetzt hat das siebenköpfige Team um Leiterin Birgit Knuschke sein Leistungsspektrum erneut erweitert: Ab sofort können Schüler der Gemeinschaftsschule eine Sprechstunde der Suchtberatung besuchen. Ebenfalls an den Nachwuchs wendet sich ein Angebot, das Kinder und Jugendliche aus suchtbelasteten Familien unterstützt. „Bärenstark“, wie der Name des Projekts, sollen die Kids werden. Auch schwerkranken Menschen will Knuschkes Team verstärkt helfen: durch ambulante Betreuung vor Ort.
„Der Bedarf für Suchthilfe ist gestiegen“, weiß Diplom-Psychologin Knuschke. So haben allein bis 30. Juni rund 119 Menschen die Beratungsangebote am Papenmoor 2 wahrgenommen. Wichtiges Standbein der Suchtexperten ist ebenfalls die vorbeugende Arbeit an Schulen. So ermöglicht zum Beispiel Torben Richter den Steppkes kindgerecht, „über ihr Konsumverhalten nachzudenken und soziale Kompetenzen zu entwickeln“, so der Sozialpädagoge.
Je älter die Kinder werden, über desto mehr Drogen werden sie im Rahmen der Suchtvorbeugung aufgeklärt. Die Bandbreite reicht von Nikotin, über Medien und Glücksspiel bis zu Alkohol und Drogen. Die neue Schulsprechstunde der Gemeinschaftsschule, jeden Mittwoch von 9.30 bis 10.45 Uhr, „wird gut angenommen“, berichtet Torben Richter.
Eher wenige Kinder sprechen über die Sucht der Eltern – doch genau dies will das neue Projekt „Bärenstark“ ermöglichen: donnerstags von 15 bis 16 Uhr. Einzelhilfen werden dabei in ein Gruppenangebot überführt. „Wir wollen einen sozialen Raum schaffen, in dem die Entwicklung des Kindes und dessen Selbstverstrauen gefördert werden“, erläutert Birgit Knuschke.
An Schwerstabhängige wendet sich dritte neue Angebot der Suchthilfe: die ambulante Betreuung vor Ort. „Wir versuchen, sie Zuhause grundlegend zu stabilisieren, indem sie zum Beispiel wieder Ärzte aufsuchen und Medikament zu sich nehmen“, erklärt Birgit Knuschke. Und mit ihrer Aufklärungsarbeit will sie bei noch mehr Menschen die Erkenntnis fördern: „Sucht ist eine Krankheit – Betroffene brauchen Hilfe.“

Weitere Angebote der Suchtberatung
Die Suchtberatungs- und Präventionsstelle Schenefeld der Arbeiterwohlfahrt (AWO) bietet verschiedene weitere Angebote. So berät sie auch systematisch zu Glücksspielsucht. „Die Auswirkungen sind enorm – zum Beispiel in Form von Kriminalität, ums sich Geld zu beschaffen“, weiß der Experte Martin Witte. Zudem seien Betroffene oft niedergeschlagen über die häufigen Verluste beim Spiel und selbstmordgefährdet.
Die Suchtberatung, die vor allem vom Kreis Pinneberg finanziert wird, ermöglicht auch individuelle Beratungen und Vermittlungen in weitere Hilfen. Dienstags und Donnerstags können Interessierte von 17 bis 19 Uhr ohne Voranmeldung in die offene Sprechstunde kommen.
Eines der weitestgehenden Angebote ist die Kooperation der Suchthilfe mit der Regio. Klinik Elmshorn. Dann wird Betroffenen während ein bis anderthalb Jahren in einer ambulante Suchttherapie geholfen.
Außerdem haben am Papenmoorweg 2 drei Selbsthilfegruppen ihren Treffpunkt: „Trockendock“ für Alkoholkranke, „Spiel-Hölle“ für Spieler sowie „Eltern Drogen und Alkohol konsumirender Drogen“. Mehr Informationen zum Leistungsspektrum der Suchtberatung unter Tel. 84 05 68 43. DA
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.