Schenefelds Grünflächen – besser geschützt als je zuvor?

Stadtplaner Günter Leimert (r.) erklärte das Verfahren zur Erarbeitung eines neuen Flächennutzungsplans. Dieser könnte auch neue Flächen für Bauprojekte aufzeigen. Links: Ausschussvorsitzender Roland Vierke (SPD). Fotos: rs
Schenefeld: Schenefeld |

Politik fordert neuen Flächennutzungsplan – Bürgerinitiative fürchtet um Landschaftsschutz

von Reinhard Schwarz

Startschuss: Am Donnerstag beschloss der Stadtentwicklungsausschuss, einen neuen Flächennutzungsplan zu erarbeiten. Der Beschluss sei noch „ohne Ziele, ohne Festlegungen“, sagt Stadtplaner Günter Leimert. Tatsächlich handelt es sich um eine verbindliche Absichtserklärung, einen ersten Schritt, in naher Zukunft einen Flächennutzungsplan (F-Plan) zu erarbeiten. „Das kann zwischen zwei und fünf Jahre dauern“, sagt Ausschussvorsitzender Roland Vierke (SPD). Die Bürgerinitiative (BI) „Wohnqualität im Grünen“ befürchtet, der F-Plan diene dazu, weitere Grünflächen und geschützte Areale der Stadt zu bebauen.
Kritik kommt von BI-Mitglied Rüdiger von Ancken: „Es wurde überhaupt nicht diskutiert, es gab keine Fragen mehr dazu. Die Parteien waren sich einig – ein trauriges Bild für die Öffentlichkeit.“ Das will Vierke so nicht stehen lassen: „Diese Vorwürfe hören wir seit über einem Jahr. Wir hatten am Donnerstag eine Sitzung von 19 bis 22.05 Uhr: Warum diskutieren, wenn alle einig sind, dass man einen solchen Plan aufstellen will? Wir werden in den nächsten Jahren noch genügend Zeit zur Debatte haben.“
Zusätzlich beschloss der Ausschuss die Gründung einer Arbeitsgruppe (AG) zur Erstellung eines Leitbildes für die Stadt. Dieses Leitbild diene zukünftig als Grundlage für den F-Plan und formuliere Ziele. Der AG sollen Vertreter von Parteien, der Verwaltung, von Vereinen, Beiräten und Kirchen angehören. „Es sollten auch interessierte Bürger dabei sein und Firmenangehörige“, fordert von Ancken. Moderator der AG soll „ein unabhängiger und überparteilicher Bürger werden, der Schenefeld kennt“.
Allerdings lehnte es der Ausschuss ab, eine Resolution der Einwohnerversammlung vom 26. Oktober zu übernehmen, worin der „uneingeschränkte Erhalt der letzten Grün- und Landschaftsschutzflächen Schenefelds“ gefordert wird. Stattdessen verabschiedete der Ausschuss eine Erklärung, worin sich die Ratsparteien gegen den Begriff „letzte Grünflächen“ verwahren. Es entstehe der falsche Eindruck, als ob nur noch wenige Restflächen übrig seien: „Tatsächlich gibt es heute mehr geschützte Flächen als jemals in der Vergangenheit.“
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