Schenefeld soll klein und grün bleiben

Rund 200 Interessierte waren in den Bürger- und Kultursaal gekommen, um sich über die anstehende Änderung des Flächennutzungsplans zu informieren. (Foto: rs)
 
Heinz Grabert (Bild l.) von der Bürgerinitiative „Wohnqualität im Grünen“ moderierte die Veranstaltung. (Foto: rs)
Schenefeld: Schenefeld | von Reinhard Schwarz.
"Wohnqualität im Grünen“ – mit diesem Slogan warb die Stadt Schenefeld bis vor Kurzem auf ihren PR-Broschüren. Dieses Motto hat die Bürgerinitiative (BI) „Wohnqualität im Grünen“ übernommen. Sie befürchtet, dass gerade diese Eigenschaft verloren geht. Die Ini bezieht sich auf die bevorstehende Änderung des Flächennutzungsplans. Dieser könnte ermöglichen, dass größere Grundstücke, die noch im Landschaftsschutzgebiet liegen, bebaut werden. Aus diesem Grund hatte die Ini jüngst zu einer Diskussionsveranstaltung in den Bürger- und Kultursaal geladen.
Zur Überraschung der Initiative kamen rund 200 Bürger in den Saal. Bevor die Bürger diskutierten – und dabei oft die BI unterstützten – standen ein Lichtbildvortrag und drei Referate an. Die Besucher erfuhren bei dem Lichtbildervortrag, welche Grünflächen in der Diskussion stehen. Weiterhin sprach Dr. Joachim Thiede vom Naturschutzbund Deutschland (Nabu) über die Bedeutung der Grünachsen Hamburgs für Schenefeld.
Herbert van Gerpen vom Arbeitskreis Verkehrsplanung wollte anhand von Daten über die Bevölkerungsentwicklung nachweisen, dass Schenefeld maximal 193 neue Wohnungen benötige, während die Stadtplanung Schenefelds von 817 ausgehe. Zudem weise Schenefeld im Kreis Pinneberg mit 51 Prozent nach Elmshorn (64 Prozent) den zweit-höchsten Grad an Flächenversiegelung auf. Fazit: „Es wird Zeit, endlich umzusteuern.“ Es gelte, dem „ungehemmten Flächenverbrauch“ ein Ende zu setzen, so Herbert van Gerpen.
In dieselbe Kerbe schlug BI-Kollege Eckart Hoffmann: „Der ungebremste weitere Flächenverbrauch ist eine Strategie der Vergangenheit.“ Der Trend gehe zurück in die Großstadt. „Der Zug in die Peripherie ist vorbei.“
Als Bürgermeisterin Christiane Küchenhof (SPD) während der aufgeheizten Debatte ihre Sicht darlegen wollte, kam es fast zu einem Eklat, als ein Mann sie am Reden hindern wollte und immer wieder „Aufhören! Es reicht!“ rief. Diskussionsleiter Eckart Hoffmann rief den Mann schließlich zur Ordnung. Küchenhof erklärte, „dass wir noch ganz am Anfang der Beratungen stehen“. Der aktuell gültige Flächennutzungsplan sei fast 30 Jahre alt. Üblich sei es, den Plan „alle 10 bis 15 Jahre zu aktualisieren“.

Ini will „moderne, aber keine große Stadt“
Am Ende der Versammlung stellte die Bürgerinitiative „Wohnqualität im Grünen“ eine Resolution zur Abstimmung, die mit überwältigender Mehrheit angenommen wurde. Der Aufruf fordert: „Wir brauchen eine moderne, keine große Stadt!“ Weiter heißt es: „Wir fordern den uneingeschränkten Erhalt der letzten Grün- und Landschaftsschutzflächen Schenefelds.“
Zudem sollen rechtzeitig vor Grundsatzentscheidungen die Gründe für geplante Veränderungen mitgeteilt werden. Mit Blick auf den Bau des Röntgenlasers nimmt die Resolution die Stadt in der Pflicht: Schenefeld soll die vorgeschriebenenen Ausgleichs- und Rückbaumaßnahmen „intensiv überwachen und sicherstellen.“
Heinz Grabert, ein Sprecher der Bürgerinitiative, erläutert das Ziel der Resolution: „Wir wollen mit den Parteien ins Gespräch kommen.“ Er zeigte sich „sehr zufrieden mit dem Verlauf der Veranstaltung.“ Zwei seiner Mitstreiter, Eckart Hoffmann und Hedwig Röper, seien am nächsten Tag von zahlreichen Bürgern angesprochen und mit viel Lob bedacht worden. RS
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