Politik will drei Zufahrten

Die Anwohner des Schäferkamps und des Fritz-Reuter-Platzes kritisieren das Vorhaben der Politik, eine Durchgangsstraße zu errichten. Foto: cn
Schenefeld: Quartier Fritz-Reuter-Platz |

Auch Timm-Kröger-Straße und Schäferkamp mit Durchgangsverkehr

Connie Neumann, Schenefeld
Im Schäferkamp und auf dem Fritz-Reuter-Platz spielen die Kinder auf der Straße. „Ich fahre hier gern mit meinem Fahrrad, Roller oder auf Inliners herum“, freut sich die achtjährige Leoni. Ist damit bald Schluss? Auf dem angrenzenden Grundstück sollen mehr als 30 Reihenhäuser in zwei Reihen entstehen sowie barrierefreie Wohnungen für alte und behinderte Menschen. Jetzt hat die Politik beschlossen, das Neubaugebiet von drei Straßen her zu erschließen, obwohl eine Bürgerinitiative protestiert.
Wie im ursprünglichen Bebauungsplan 78 vorgesehen, können Autos künftig das Neubaugebiet von der Altonaer Chaussee, von der Timm-Kröger-Straße sowie vom Schäferkamp erreichen.
Darauf reagierte eine Bürgerinitiative, die Anwohner im Sommer 2011 gründeten. Stadtplaner Günter Leimert bezog sich auf die Einwände der Anwohner und entwickelte eine Alternativ-Variante. Diese sah nur eine Zufahrt von der Altonaer Chaussee zum Neubaugebiet vor und stieß daher auf Zustimmung der Ini.
CDU und SPD sind sich aber gleichwohl einig, dass der ursprüngliche Plan verwirklicht werden soll. Holm Becker (CDU), Mitglied im Ausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt, erklärt: „Wir haben schon im Juni signalisiert, dass wir die Variante mit der Drei-Straßen-Anbindung favorisieren.“ Nach Abstimmung im Ausschuss scheint nun beschlossen, dass im kommenden Frühjahr die Baufahrzeuge anrücken und die Idylle im Schäferkamp und auf dem Fritz-Reuter-Platz beenden.
Zuvor muss der Bebauungsplan vier Wochen im Rathaus ausliegen. „Wir werden nochmal unsere Einwände äußern und das Gespräch mit der Bürger-meisterin suchen“, kündigen die Anwohner an. Leonis Eltern, Yvonne und Sven Gaudian, erinnern sich: „Wir haben unser Haus hier vor sechs Jahren gekauft, weil es ruhig und idyllisch am Waldrand lag, der unter Naturschutz stand.“
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