„Pädagogische Insel“ als Ort der Ruhe und Hilfen

Sie probierten die Kuschelecke in der „pädagogischen Insel“ der Gorch-Fock-Schule aus: Schulausschuss-Vorsitzender Dr. Rainer Sempell, Sozialpädagogin Nicole Conde und Schulleiterin Ilka Jasper. Foto: zie
Schenefeld: Gorch-Fock-Schule |

Gorch-Fock-Schule: Neue Anlaufstelle für Kinder mit Problemen

von Heidrun Zierahn

Ein Kind kommt mit der Lehrerin nicht zurecht, ein anderes findet keine Freunde, hat Stress oder muss die Trennung der Eltern zu verarbeiten. Es gibt viele Ursachen, die dazu führen, dass ein Kind sich zurückzieht, aggressiv wird oder den Klassenkasper spielt. Für diese Kinder hat die Gorch-Fock-Schule eine Anlaufstelle eingerichtet: Seit Kurzem sind in der Grundschule zwei Räume im Schulgebäude zu einer sogenannten „pädagogischen Insel“ umgestaltet.
Wohnlich ist es auf der pädagogischen Insel: Tische, Stühle und eine gemütliche Sofaecke. Nebenan eine Kuschelecke und Platz zum Toben oder Tanzen. Hier können die Kinder einmal durchatmen, eine Auszeit nehmen.
Nicole Conde ist beim JUKS angestellt, sie betreut auf einer halben Stelle die Insel. Die Sozialpädagogin möchte mit den Kindern ins Gespräch kommen, herausfinden, wo der Schuh drückt. Oft haben die Kinder keine Worte, deshalb spielt Nicole Conde Spiele, malt oder lässt die Kleinen erst mal eine Runde boxen. Zur Zeit besucht die 38-Jährige alle Klassen, stellt sich und ihre Insel den 315 Schülern der Schule vor. Die Kinder können sich einen Termin holen, aber auch Eltern und Lehrer können hier ihre Sorgen thematisieren.
Nicole Conde versteht sich als Vermittlerin und Beraterin. Sie bezieht Eltern und Lehrer mit ein, und kann zuderm auf ein Netzwerk von unterstützenden Einrichtungen verweisen. Bei Bedarf empfiehlt sie, den Schulpsychologen einzuschalten.
„Wir haben extra diese Räume am Rande des Schulgeländes gewählt“, berichtet Schulleiterin Ilka Jasper, „damit sie auch einfach mal schnell raus laufen können, ohne zu stören.“
Die Stadt Schenefeld finanziert die pädagogische Insel. „Aus einem einfachen Grund: Prävention“, erklärt Dr. Rainer Sempell (CDU) als Schulausschuss-Vorsitzender der Stadt Schenefeld. „Wir möchten etwas für Schenefeld tun, bevor es zum sozialen Brennpunkt wird.“ Neben der Gemeinschaftsschule und der Grundschule Altgemeinde ist dies die dritte Insel an einer Schule in Schenefeld. Das lässt sich die Stadt insgesamt 130.000 Euro jährlich kosten.
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