Naturschutzbund kritisiert Gutachten

Die Nabu-Mitglieder Peter Dahms und Stefan Friedrich möchten die wertvollen Naherholungsgebiete am Holtkamp erhalten. Foto: fh
Schenefeld: Holtkamp |

Bebauung würde Erholung sowie Lebensräume von Tieren bedrohenen

von Frauke Heiderhoff, Schenefeld

Jogger bahnen sich ihre Wege vorbei an knorrigen Baumreihen am Holtkamp. Fahrradfahrer halten vor dem Schild „Regionalpark Wedeler Au“. Die an der Ecke zum Sülldorfer Weg liegende Idylle ist beliebt. „Für die Bürger ist das Gebiet Freizeiterholung pur“, sagt Peter Dahms vom Naturschutzbund (Nabu). Genau wie 14 weitere Flächen stehen Weiden am Holtkamp auf dem Prüfstand von Verwaltung und Politik. „Wird das Gebiet bebaut, verliert das Naherholungsgebiet seinen Charakter“, sagt Peter Dahms.
Die von der Stadt beauftragte Gutachterin Ursula Zumholz kann sich hingegen auf Teilflächen eine Bebauung vorstellen: Dies sei verträglich mit Landschaftsbild und Naturschutzgedanken.
Naturschützer Dahms kann die Analyse nicht nachvollziehen: Das Areal rund um Sülldorfer Weg diene Fröschen und Teichmolchen als Lebensraum. „Werden die Weiden bebaut, verliert ein Großteil der Tiere ihr Lebensrevier.“ Fatal seien die Pläne auch für Menschen. „Die Schenefelder verlieren ein wichtiges Erholungsgebiet. Den Siedlungsrand noch weiter an den Stadtrand zu verschieben, wäre ein massiver Einschnitt.“
Genauso wertvoll wie das Gebiet am Holtkamp beurteilt der Nabu vier weitere Flächen. Dazu gehören auch die am Gremsbargen ausgewiesenen Gewerbezonen. Die um das XFEL Forschungszentrum gelegenen Weiden sind als Landschaftsschutzgebiet ausgewiesen. Hamburg plant, die Osdorfer Feldmark dauerhaft zu schützen. „Die Schenefelder machen das Gegenteil. Das ist nicht nachzuvollziehen“, bilanziert Dahms. „Nachdenken“ könnte man allenfalls über eine Hinterlandbebauung an der Blankeneser Chaussee.
Schenefelds Stadtplaner Günter Leimert wundert sich über die Argumente des Nabus. Günter Leimert zufolge wurden alle an den Holtkamp angrenzenden Flächen als unverträglich eingestuft, sie dürfen nicht bebaut werden. Lediglich zwei kleine Teilflächen am Sülldorfer Weg können in diesem Gebiet bebaut werden. Auch das Birkenwäldchen am Holtkamp sei für die Bebauung nicht geeignet. „Es gibt Flächen, wo sich jemand vorstellen kann, dass gebaut wird“, sagt Leimert. Das hieße aber nicht, dass dies auch geschehe.

Nabu zu möglichen Bebauungsflächen
Als mögliche Bebauungsflächen sieht der Naturschutzbund Nabu die Gebiete östlich der Blankeneser Chaussee (auf der Grafik mit den Nummern 3,4 und 5), Opn Stüg östlich (9), Opn Stüg nördlich bis Aneken (10 ), südöstlich vom Sülldorfer Weg (11), zwischen Holtkamp und Sülldorfer Weg (14), die beiden Gewerbeflächen 2 und 5 am Gremsbargen.
Als besonders wertvoll beurteilt die Nabu-Gruppe Schenefeld/Halstenbek die Flächen Opn Stüg östlich (9), Opn Stüg – nördlich bis Aneken (10), südöstlich vom Sülldorfer Weg (11) und zwischen Holtkamp und Sülldorfer Weg (14) sowie die beiden auf der Gewerbekartenentwicklung ausgewiesenen Flächen in der Nähe der Röntgenlaser-Baustelle. Laut Nabu könnte man in punkto der Flächen östlich der Blankeneser Chaussee (3,4,5) über eine Bebauung nachdenken. fh/Grafik: pr
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