Jukshausen: Die Stadt der Kinder

Verantwortlich für die Kasse: Finn (11, l.) und Henri (10) präsentierten ihre Währung, die sich „Jukse“ nennt. Der Umtauschkurs liegt bei zwei Jukse für einen Euro. Foto: cvs
Schenefeld: JUKS |

JUKS organisierte spannendes Herbstferienprogramm

Christopher von Savigny, Schenefeld
Jukshausen liegt mitten in Schenefeld, hat rund 65 Einwohner und ist dank eigener Währung nicht von der Euro-Krise betroffen: Zum zweiten Mal nach 2011 hat das Jugend- und Kommunikationszentrum Schenefeld (JUKS) eine Kinderspielstadt auf die Beine gestellt. Vier Tage lang bastelten Kinder und Jugendliche zwischen neun und 13 Jahren an einer Stadt nach ihren Vorstellungen: Sie organisierten sich in Firmen und Betrieben, diskutierten über die Höhe der Steuern und wählten täglich einen neuen Bürgermeister. Das Projekt soll soziale Fähigkeiten fördern, ein Verständnis für Demokratie vermitteln und nicht zuletzt Spaß machen.
Wie in einer richtigen Stadt gab es Geschäfte, Werkstätten und öffentliche Einrichtungen, in denen die Teilnehmer reihum beschäftigt waren: Das Nähstübchen produzierte Taschen und Kissenbezüge, die Keramikwerkstatt allerlei Schönes aus Ton, und das Reisebüro organisierte Ausflüge in den Klövensteen oder auf den Minigolfplatz. Die „Gerüchteküche“ lieferte Mittagessen sowie Kaffee und Kuchen für Teilnehmer und Besucher. Dabei verdienten die jungen Mitarbeiter zwischen fünf und zehn „Jukse“ (umgerechnet 2,50 bis fünf Euro) täglich. Bei der Abschlusspräsentation wurden die fertigen Produkte verkauft.
Zu einer Stadt gehört natürlich auch eine Stadtverwaltung und ein Ordnungsamt: Jeden Mittag kamen die Jukshausener zu einer Vollversammlung zusammen und diskutierten über aktuelle Themen. Wer gerade Bürgermeister war, musste eine Rede halten.
Die Zusammenarbeit sei sehr gut gewesen, erzählte die zehnjährige Sabrina, letztes Stadtoberhaupt in diesem Jahr. Und: „Ich fand meinen Job richtig cool!“ Reichlich Diskussionsbedarf gab's bei der Höhe der Gewerbesteuer, die zunächst auf 90 Prozent festgelegt worden war. Erst nachdem sich etliche Betriebe auf die Hinterbeine gestellt hatten, wurde ein neuer, gerechterer Steuersatz vereinbart, der sich an den jeweiligen Einnahmen orientierte.
Zum Abschluss besiegelten Jukshausen und Schenefeld eine Städtepartnerschaft, die die Zusammenarbeit zwischen den beiden Kommunen fördern soll. „Die jungen Leute haben das sehr professionell gedeichselt“, lobte Schenefelds Bürgermeisterin Christiane Küchenhof Jukshausens Bewohner.
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