Juks im Visier der Rollifahrer

Mitglieder der Verwaltung und der AG Barrierefreiheit sowie Bürgermeisterin Christiane Küchenhof (r.) besuchten das JUKS und schauen nach möglichen Hindernissen. Foto: fh
Schenefeld: JUKS |

Nicht alle öffentlichen Einrichtungen bestehen den Praxistext der AG Barrierefreiheit

Frauke Heiderhoff, Schenefeld
Ein Gruppe Rollstuhlfahrer diskutiert vor der Bücherei. „Hier fehlt eine Klingel“, bemerkt Friederike Pavenstedt, Leiterin der Arbeitsgemeinschaft (AG) Barrierefreiheit. Gemeinsam mit anderen Mitgliedern der AG und der Bürgermeisterin ist die Aktivistin auf Besichtigungstour. Gemeinsam überziehen sie die Stationen Bücherei, Jugend- und Kommunikationzentrum Schenefeld (JUKS), Post und Volkshochschule dem Praxistest: Können Behinderte, Senioren und Eltern mit Kinderwagen Räume problemlos erreichen?
Während des Besuchs entstand ein detailliert angefertigtes Protokoll. Das Umsetzen von einzelnen verbesserungswürdigen Vorschlägen- wie beispielsweise der dringenden Neuauflage des barrierefreien Wegweisers – soll im Sozialausschuss überprüft werden.
Friederike Pavenstedt lobte beim Besuch der Bücherei die „hervorragende Bedienung“. Das Personal sei zuvorkommend und bediene sie mit allen Arten von Hörbüchern. Auf eine Bedienung ist sie allerdings angewiesen. Denn mit ihrem Rollstuhl sind die schmalen Gänge unpassierbar. Als verbesserungswürdig beurteilten Teilnehmer „die Türsituation“. Eine Klingel ist erforderlich. „Im Winter ist es keine Lösung, die Türen einfach offen zu lassen“, so Karsten Schaffer von der Lebenshilfe Schenefeld.
Im JUKS können Rollifahrer nur den unteren Raum besuchen. Auf Veranstaltungen - wie die vom Seniorenbeirat initiierte Plattdeutschlesung – müssen sie verzichten. „Vielleicht ist es möglich, diese Lesung woanders zu veranstalten“, so Schaffer. Sinnvoll sei es auch hier, eine Klingel zu installieren“, so Schaffer. Grund: Rollstuhlfahrer können sich hier nicht bemerkbar machen. Weiterer Kritikpunkt: die kleine Behindertentoilette aus den 70er Jahren ist für Behinderte mit größeren Rollis nicht zu nutzen.
Beim Besuch der Postfiliale an der Hauptstraße mit der „sehr zuvorkommenden Bedienung“ bemängelten die Besucher den nicht ausgewiesenen Behindertenparkplatz. Sehr schwer zu öffnen ist die Tür an der Volkshochschule. Hier ist ein automatischer Türöffner die optimale Lösung. Sehr erwünscht: ein großzügiger, auch für Rollstuhlfahrer nutzbarer Raum im Erdgeschoss.
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