Hinsehen, wenn es um Gewalt geht

Wann? 09.11.2011 15:30 Uhr bis 09.11.2011 18:30 Uhr

Wo? Schenefeld, Holstenplatz 5, 22869 Schenefeld DE
Uta Stöwing (l.) und Hanna Wolz hoffen bei dem Fachgespräch auf eine breite Beteiligung. Foto: oj
Schenefeld: Schenefeld |

Kinder schützen: Schenefelder Fachgespräch am 9. November

oliver Jensen, schenefeld
Im vergangenen Jahr fand das erste Schenefelder Fachgespräch zum Thema Gewaltprävention statt. Damals mit dem Schwerpunkt Partnergewalt. Nun sollen verstärkt die Kinder und deren Schutz zum Thema werden.
„Damit greifen wir ein zentrales Anliegen aus dem ersten Fachgespräch auf”, sagt Ute Stöwing von der Stadt Schenefeld. Hanna Wolz, KIK (Kooperations- und Interventionskonzept gegen häusliche Gewalt in Schleswig-Holstein)-Koordinatorin des Kreises Pinneberg und Kinderschutzfachkraft, weiß, dass statistisch jede zehnte Frau in einer langjährigen Misshandlungsbeziehung lebt. Darunter leiden nicht zuletzt auch die Kinder. „Diese Kinder unterliegen einem achtfach höheren Risiko, ebenfalls von Gewalt betroffen zu sein”, stellt Hanna Wolz klar. „Aber auch das bloße Miterleben von Gewalt, wenn die Mutter zum Beispiel geschlagen wird, ist für ein Kind traumatisierend”, fügt sie hinzu.
Die Koordinatorin möchte dazu aufrufen, gerade in der Nachbarschaft wachsam zu sein. „Wenn jemand nebenan Gewalt feststellt, sollte man nicht zögern, die Polizei zu kontaktieren. Sollte ein Kind von der Gewalt betroffen sein, wäre auch ein Anruf beim Jugendamt wichtig”, rät Hanna Wolz. Auch ein ruhiges Gespräch mit den Betroffenen könnte hilfreich sein. Allerdings sei immer damit zu rechnen, dass die Gewaltopfer aus Gründen der Scham alles abstreiten. Wie man in solchen Fällen vorzugehen hat, wird bei dem Fachgespräch anhand von Fallbeispielen erläutert.
„Es geht auch darum, dass interessierte Privatpersonen die KIK kennenlernen und erfahren, an wen sie sich im Ernstfall wenden können”, fügt Ute Stöwing hinzu. Ein häufiger Irrglaube ist, dass in einer kleinen, beschaulichen Stadt wie Schenefeld kein Gewaltpotenzial vorhanden ist. „Auch in Schenefeld hat die Polizei regelmäßig Wegweisungen aufgrund häuslicher Gewalt zu verzeichnen”, weiß Hanna Wolz. „Und in vielen anderen Fällen wird die Polizei gar nicht erst gerufen. Häusliche Gewalt betrifft Wohlhabende ebenso wie Familien mit Hartz IV.”
Das 2. Schenefelder Fachgespräch findet am Mittwoch, 9. November, von 15.30 bis 18.30 Uhr statt. Anmeldungen bei der Gleichstellungsbeauftragten Ute Stöwing unter Tel. 83 03 71 96 .
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